Zukunfts-Arbeitsplätze: Grüne Woche zeigt potenzielle Beschäftigungsmöglichkeiten

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Quelle: EU Kommission

Brüssel — Die Grüne Woche, Europas größte jährlichen Veranstaltung zur Umweltpolitik, will vom 29. Mai bis 2. Juni Qualifikationslücken und potenzielle Beschäftigungsmöglichkeiten in der entstehenden Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt stellen. Höhepunkt der Grünen Woche wird der Beschäftigungsgipfel für grüne Arbeitsplätze am Dienstag und Mittwoch sein: Neben nachhaltig wirtschaftenden Unternehmern werden Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis und Karmenu Vella, EU-Kommissar für Umwelt, maritime Angelegenheiten und Fischerei, sowie Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung anwesend sein.

Auf dem Gipfel wird untersucht, welche Rolle Entscheidungsträger, Sozialpartner und Unternehmen dabei spielen, sicherzustellen, dass Menschen die richtigen Qualifikationen für eine grünere Wirtschaft haben. Auf dem Gipfel findet am Dienstagabend auch die Preisverleihung der LIFE-Awards statt. In diesem Jahr werden hier 25 Jahre erfolgreiche EU-Förderung von Umweltprojekten gefeiert.

Seit dem Jahr 2000 ist die grüne Beschäftigung um 20 Prozent gestiegen. 2014 gab es in diesem Bereich 4,2 Mio. Arbeitsplätze und wurde ein Gesamtumsatz von etwa 700 Mrd. € erzielt. „Grüne” Arbeitsplätze durchdringen mehr Branchen als je zuvor. Auf der Grünen Woche wird nicht nur untersucht, wie man die Schaffung von mehr grünen Arbeitsplätzen unterstützen kann. Es werden viele konkrete Erfolgsgeschichten präsentiert – von Wasserressourcenmanagement über energieeffizientes Bauen, Erneuerbare Energien und Ökotourismus bis zu umweltbewusster Stadtplanung.

So gewinnt zum Beispiel das frühere Bergbauunternehmen Umicore heute wertvolle Metalle aus kaputten Smartphones, leeren Batterien und Industrieabfällen. Das Unternehmen kann einen Großteil des Goldes aus Leiterplatten zurückgewinnen und es in Goldbarren mit einem Feingehalt von 99,9 Prozent umwandeln. Umicore plant, die bereits 10.000 Mitarbeiter umfassende Belegschaft aus Technikern, Bedienungspersonal, Chemikern, Verwaltungspersonal und Wissenschaftlern weiter aufzustocken.

Malta klärt mithilfe der Malteser Water Services Corporation als erstes Land im Mittelmeerraum sein gesamtes Abwasser. Nun arbeiten die Ingenieure, Hydrologen und andere technische Experten des Unternehmens daran, Abwasser in Wasser für die Landwirtschaft und Industrie umzuwandeln, anstatt es ins Meer einzuleiten.

Währenddessen arbeitet Innogy SE für eine grünere Zukunft, indem es seinen Kunden innovative und nachhaltige Energieprodukte und -dienstleistungen anbietet und ihnen hilft, Energie effizienter zu nutzen. Erfolg hat das Unternehmen schon in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Spanien, Italien und Polen. Nun wird geplant, außerhalb Europas zu expandieren und dabei die 40.000 Mitarbeiter umfassende Belegschaft auszubauen. Dafür sollen traditionelle Arbeiter aus dem Gas- und Kohlesektor umgeschult werden.

Das niederländische Unternehmen Heliox hat Elektrobusse mit Schnellladestationen entwickelt, und will damit helfen, die Luftverschmutzung in Städten einzudämmen. Andere Beispiele bei IKEA, SUEZ Environment und QualiBuild zeigen, dass grüne Arbeitsplätze Teil der heutigen etablierten Wirtschaft sind.

Durch besondere Thementage  umfasst die Grüne Woche eine große Politikkonferenz in Brüssel und Online-Debatten, Twitter-Chats sowie Veranstaltungen in ganz Europa,  auf denen neu entstehende Beschäftigungsmöglichkeiten präsentiert werden.

Quelle: Europäische Kommission