Rohstoffwende Deutschland 2049: Öko-Institut legt Agenda vor

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Quelle: Öko-Institut e.V.

Freiburg/Berlin — Wie der Rohstoffhunger und damit der “Rohstoffabdruck“ Deutschlands verringert werden kann, zeigt das Öko-Institut in seinem Projekt „Rohstoffwende Deutschland 2049“. Jetzt liegt der Abschlussbericht vor, in dem das Expertenteam des Instituts eine Agenda für die Umsetzung der Rohstoffwende bis zum Jahr 2049 aufstellt. Das Ziel: negative ökologische und soziale Auswirkungen der primären Rohstoffnachfrage in Deutschland und weltweit zu minimieren – unter anderem durch sicherere Abfallkonzepte.

Das Projekt „Rohstoffwende 2049“ hat bereits Ende 2016 im 3. Policy Paper und auf der Jahrestagung 2016 des Öko-Instituts gezeigt, dass dafür sehr spezifische Ziele und Maßnahmen ergriffen werden müssen. Diese unterscheiden sich nach den Rohstoffgruppen und ihren Einsatzfeldern. Für erste Rohstoffe wie Kies, Neodym oder Stahl hat das Forschungsteam ambitionierte Maßnahmen und Instrumente entwickelt, mit denen der Rohstoffbedarf in den kommenden Jahrzehnten signifikant sinken kann. Dazu gehört unter anderem ein umfassender Gebäude-Check und eine Primärbaustoffsteuer, die den Bedarf nach heimischen Baurohstoffen reduzieren soll, ebenso wie Recyclingfortschritte und Nachhaltigkeitszertifikate, die eine verantwortungsvolle Förderung von Metallen im Ausland nachweisen und sicherstellen.

Regelmäßiges Monitoring des Rohstoffbedarfs

Das Öko-Institut fordert nun, solche spezifischen Ziele, Maßnahmen und Instrumente für alle relevanten Rohstoffgruppen zu formulieren. Bis zum Jahr 2020 sollen konkrete und nachprüfbare Meilensteine für die Rohstoffwende entstehen. Diese sollen alle vier Jahre kontrolliert und wenn nötig nachgeschärft werden. Ein regelmäßiges Monitoring legt dafür die Basis: Es überprüft die Entwicklung des Rohstoffbedarfs und weitere Indikatoren wie das Bevölkerungswachstum, Fortschritte bei der Energie- und Verkehrswende, Entwicklung des Recyclings und Technologieschritte. Zwei „große Inventuren“ in den Jahren 2025 und 2037 prüfen umfassend, wie sich die rohstoffspezifischen HotSpots sowie die Wirkung der definierten Ziele und ergriffenen Maßnahmen entwickeln.

Gefragt für die Umsetzung dieser Agenda sind vor allem Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft. Dabei sind verschiedene politische Ebenen verantwortlich für den Erfolg der Rohstoffwende: Kommunen und Bundesländer müssen eine rohstoffsparende Infrastruktur schaffen und erhalten; der Bund sollte übergreifende Impulse für mehr Rohstoffeffizienz setzen. Dabei können verschiedene politische Instrumente zum Einsatz kommen: von Steueranpassungen etwa der Grunderwerbssteuer zu einer Flächenverbrauchssteuer für das kompaktere Bauen bis hin zu Vorgaben für den Einsatz von Recyclingbaustoffen.

Auch EU und Unternehmen in der Pflicht

Aber auch die Europäische Union ist gefragt: Sie kann unter anderem mit internationalen Abkommen dafür sorgen, dass die negativen sozialen Auswirkungen der primären Rohstoffgewinnung sinken. Zudem kann sie mit europaweiten Maßnahmen dazu beitragen, Kreislaufwirtschaft und Recycling zu verbessern und Ressourcenaspekte im Produktdesign in der Ökodesign-Richtlinie zu stärken.

Nicht zuletzt sieht das Öko-Institut Unternehmen in der Pflicht, das Recycling etwa von Baurohstoffen wie Beton, Gips und auch von Metallen weiter zu verbessern. Sie sind zudem Motor für Innovationen bei Technologien und Prozessen, die künftig Rohstoffe effizienter einsetzen.

Das Öko-Institut selbst wird die Rohstoffwende 2049 aktiv begleiten und vorantreiben und neue Impulse und Vorschläge in die Debatte einbringen.

Der Abschlussbericht des Öko-Institut-Eigenprojekts „Deutschland 2049 – Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft“ des Öko-Instituts steht unter oeko.de zum Download bereit.

Quelle: Öko-Institut e.V.