Quecksilber-Emissionen: EU ratifiziert Minamata-Übereinkommen

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Reines Quecksilber (Foto: © Kroll/Recyclingportal.eu)

Brüssel — Die Europäische Union hat am Sitz der Vereinten Nationen in New York das Inkrafttreten des weltweiten Vertrags zur Verringerung der Exposition gegenüber Quecksilber bewirkt. Das Übereinkommen von Minamata – benannt nach dem Ort, an dem die bislang schlimmsten Schäden durch Quecksilberbelastung entstanden – soll nicht nur die Umweltstandards weltweit verschärfen, sondern auch zur Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen beitragen, da in allen großen Volkswirtschaften ähnliche Umweltauflagen wie bereits heute in der EU gelten werden.

Auf Initiative der EU wurde das Übereinkommen von Minamata über Quecksilber – der neue weltweite Vertrag über Quecksilber – ausgehandelt und 2013 abgeschlossen. Die EU verfolgt beim Schutz vor Quecksilber eine besonders ehrgeizige Strategie. Da jedoch 40 bis 80 Prozent des in Europa abgelagerten Quecksilbers aus Quecksilberemissionen in anderen Teilen der Welt stammen, muss auf internationaler Ebene entschlossen gehandelt werden.

EU Umwelt-Kommissar Karmenu Vella kommentierte: „Der neue weltweite Vertrag über Quecksilber wird dazu beitragen, Millionen von Menschen weltweit vor der Belastung durch dieses giftige Schwermetall zu schützen. Mit der Ratifizierung hat die EU den entscheidenden Beitrag für sein Inkrafttreten geleistet. Dies ist ein großer Erfolg der Umweltdiplomatie der EU. Die Ratifizierung unterstreicht das Engagement Europas für ein entschiedenes und abgestimmtes Handeln auf internationaler Ebene.“

Da die EU in den Verhandlungen über das Übereinkommen von Minamata eine maßgebliche Rolle spielte, ist dessen Inhalt weitgehend durch die Rechtsvorschriften der Union geprägt. Dank der Vorschriften der Quecksilber-Verordnung soll die EU außerdem auf dem besten Wege sein, die erste quecksilberfreie Wirtschaft zu werden. So wird u. a. der Verwendung von Quecksilber in sämtlichen industriellen Verfahren ein Ende gesetzt und die neue Verwendung von Quecksilber in Erzeugnissen und der Industrie verboten, sofern nicht nachgewiesen werden kann, dass es zum Schutz von Gesundheit und Umwelt erforderlich ist.

Die erste Tagung der Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens von Minamata über Quecksilber findet vom 24. bis 29. September 2017 in Genf (Schweiz) statt. Dabei wird im Rahmen des Tagungsteils auf hoher Ebene das Engagement der internationalen Gemeinschaft für das Übereinkommen von Minamata gewürdigt.

Quelle: Europäische Union