BDE sieht beim EU-Parlament Einsatz für getrennte Bioabfall-Sammlung

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Essensreste (Foto: Ben Kerckx / Pixabay)

Berlin — Die Europaparlamentarier wollen die Anstrengungen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen erhöhen. Eine möglichst sinnvolle Verwendung unvermeidbarer Lebensmittelabfälle soll durch die Einführung einer spezifischen Abfallhierarchie sichergestellt werden. Dem Vorschlag des Europaparlaments folgend würde dem organischen Recycling eine Priorität vor der energetischen Verwertung zugewiesen werden. Zudem soll die Getrenntsammlung von Bioabfall an der Anfallstelle gefördert werden.

Peter Kurth, Präsident des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., begrüßt, dass sich das Europaparlament wiederholt für den Ausbau der getrennten Sammlung von Bioabfall einsetzt. „Durch die Einführung innovativer, bürgerfreundlicher Lösungen zur Abholung von Küchen- und Speiseresten können diese recycelt und sinnvoll verwendet werden.“ Im gewerblichen und industriellen Bereich seien in Deutschland bereits gute und effiziente Erfassungs- sowie Verwertungsstrukturen aufgebaut. Die größten noch ungenutzten Mengen lägen eindeutig bei den Privathaushalten.

In Deutschland ließe sich die Situation bezogen auf die Privathaushalte zügig nachhaltig verbessern, wenn die bereits geltende Regelung umfassende Anwendung in der Praxis fände: „Wir bestehen weiterhin auf der Umsetzung der seit bereits zwei Jahren geltenden gesetzlichen Verpflichtung zur getrennten Sammlung von Bioabfall. Auch der EU-Bericht macht deutlich, dass hier noch viele Potenziale zu heben sind“, betont Kurth.

Mit dem Bericht hat sich das Europaparlament in Eigeninitiative zu bestimmten Maßnahmen zur Verringerung von Lebensmittelabfall positioniert und die Kommission aufgefordert, in bestimmten Bereichen Legislativvorschläge auszuarbeiten. Die EU will sich durch die Unterzeichnung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen unter anderem dazu verpflichten, die Lebensmittelabfälle im Handel und bei Verbrauchern bis 2030 zu halbieren. Die Kommission hatte zu Beginn des Jahres bereits eine Plattform für Lebensmittelabfall lanciert, die die unterschiedlichen Interessensträger zusammenbringen soll.

Quelle: BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.