BDE fordert Klarstellungen für die aktuelle Ausschreibungsrunde der Dualen Systeme

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Quelle: BDE

Berlin — Das Verpackungsgesetz wird aller Voraussicht nach im Januar 2019 in Kraft treten. In den vor einer Woche veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen für die Vergabe der Erfassungsdienstleistungen im Bereich der Verpackungsentsorgung für die Jahre 2018 bis 2020 finden sich dazu keinerlei Hinweise, bemängelt der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.

Zunächst ist in den Verträgen nicht geregelt, unter welchen Voraussetzungen die Dualen Systeme die Fortsetzung bestehender Sammelaufträge gegenüber den öffentlich-rechtlichen Entsorgern verlangen müssen, wenn bestehende Abstimmungsvereinbarungen geändert werden. Dies kann für alle Unternehmen, die ein Angebot abgeben, zu unabsehbaren Kalkulationsrisiken führen: Insbesondere dann, falls die Kommunen im jeweiligen Ausschreibungsgebiet von der im Verpackungsgesetz angelegten Möglichkeit Gebrauch machen, Abstimmungsvereinbarungen zu erneuern oder Rahmenvorgaben zu erlassen.

Abstimmungsvereinbarungen nach dem Verpackungsgesetz sind ab dem 1. Januar 2019 möglich; neue Rahmenvorgaben können ab dem 1. Januar 2020 wirksam werden. BDE-Geschäftsführer Dr. Andreas Bruckschen kommentiert: „Im Einzelfall kann das beispielsweise bedeuten, dass für das Jahr 2020, dem letzten Jahr der Leistungserbringung, eine Umstellung in der Gefäßstellung von Sack und Tonne verlangt wird. Der BDE empfiehlt daher allen betroffenen Unternehmen, für diese Fälle spätestens im Vergabegespräch eine Klarstellung herbeizuführen. Nur so können unkalkulierbare Risiken für den Bieter sicher ausgeschlossen werden.“

Der BDE verweist in diesem Zusammenhang auch auf eine Informationsveranstaltung zum Verpackungsgesetz am 28. Juni 2017 in Köln, auf der diese Fragestellungen und weitere praktische Themen zur Einführung des Verpackungsgesetzes ausführlich diskutiert werden. Weitere Informationen zur Veranstaltung und die Möglichkeit der Anmeldung sind unter news.bde.de abrufbar.

Auf der letzten BDE-Veranstaltung zur aktuellen Ausschreibungsrunde machte Rechtsanwalt Markus Figgen (Kanzlei Avocado) neben zahlreichen Hinweisen zu den Auswirkungen des Verpackungsgesetzes auch auf viele weitere Besonderheiten in den Ausschreibungsbedingungen der Dualen Systeme aufmerksam: Er empfahl den teilnehmenden Unternehmen, sich vor allem die Systembeschreibungen im Detail anzusehen, um bei der Leistungserbringung keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Allein die Trennung von Leistungsbestandteilen in der Ausschreibung ergebe demnach zahlreiche praktische Schnittstellenprobleme, die bisher völlig unbeantwortet sind – jedenfalls lassen sich hierzu teilweise keinerlei Hinweise in den Ausschreibungsunterlagen finden. Auch hier bietet sich eine Klarstellung in einem Bietergespräch an.

Quelle: BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.