Der Innovationspreis „Bio-based Material of the Year 2017“ ist verliehen

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Preisverleihung Innovation Award „Bio-based Material of the Year 2017“ (v.l.n.r. Gordana Hofmann-Jovic, Sponsor InfraServ Knapsack (DE); Michael Carus, nova-Institut (DE); Eduardo Gordillo, Bio-Lutions (DE); Tuomas Mustonen, Paptic (Fl); Janin Wascinski, Phytowelt (DE); Asta Partanen, nova-Institut (DE) - Foto: nova-Institute GmbH

Hürth — Sieger sind das Verpackungsmaterial aus Reststoffen von BIO-LUTIONS (DE), die neue Papier-Tragetasche von PAPTIC® (FI) und das erste biotechnologisch hergestellte Himbeeraroma von Phytowelt (DE).

Der Innovationspreis „Bio-based Material of the Year 2017“ wurde an drei innovative Materialien in spezifischen Anwendungen verliehen. Der Wettbewerb prämiert aktuelle Entwicklungen in der bio-basierten Ökonomie, die im Jahr 2016 oder 2017 am Markt eingeführt wurden bzw. werden. Die Sieger wurden von den Teilnehmern der zehnten „International Conference on Bio-based Materials“ in Köln gewählt. Sponsor des Preises ist wie im Vorjahr die InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG, Dienstleister für Anlagenbau und Betreiber des Chemieparks Hürth-Knapsack.

Die jährlich stattfindende „International Conference on Bio-based Materials“ in Köln hat sich als Treffpunkt für Hersteller bio-basierter Chemikalien und Materialien fest etabliert. Auch in diesem Jahr trafen sich knapp 200 Teilnehmer aus 25 Ländern, hauptsächlich Experten aus der Chemie- und Kunststoffindustrie, um sich über die neuesten Entwicklungen der Branche auszutauschen. Zudem präsentierten 25 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen. Die Veranstaltung wurde von dem italienischen Biokunststoffproduzenten Novamont gesponsert.

Die Bioökonomie entwickelt sich robust und die meisten Investitionen fließen direkt ihrem Kern zu, den bio-basierten „Building-Blocks“ und Plattformchemikalien. Der Aufbau neuer Kapazitäten in diesen Bereich zeigt ein zweistelliges jährliches Wachstum. Sie sind die Vorstufe für neue bio-basierte Polymere, Verbundwerkstoffe, Textilien, Beschichtungen, Tenside und Schmierstoffe, die neuartige Eigenschaften für eine große Bandbreite von Endprodukten bieten. Die weltweit führenden Unternehmen des Bereichs stellten dem Konferenzpublikum ihre Technologien und Produkte vor.

Die Konferenz stellte vornehmlich besondere bio-basierte Lösungen mit herausragenden Funktionalitäten und Eigenschaften heraus. Als erste Vertreter der neuen nachhaltigen grünen Chemie haben sie eine Menge zu bieten und sind dabei, den Markt zu erobern. Was kommt als nächstes? Die Preisträger sind gute Beispiele für die neue Generation bio-basierter Produkte mit verbesserten Eigenschaften.

Sechs Hersteller bio-basierter Lösungen waren vom Beirat der Konferenz und Experten des nova-Instituts vorab aus knapp Bewerbern ausgewählt und nominiert worden, jeder stellte seine Innovation dem Publikum in einer 10-minütigen Präsentation vor. Die drei Sieger wurden anschließend von den Konferenzteilnehmern gewählt. Im Rahmen eines festlichen Gala-Dinners wurden am Abend die Preise verliehen.

Der Preissponsor InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG und das nova-Institut freuen sich, die Sieger des Innovationspreises „Bio-based Material of the Year 2017“ – einer aus Finnland, zwei aus Deutschland – vorzustellen:

Platz 1: BIO-LUTIONS (DE): Veredlung landwirtschaftlicher Reststoffe zu Verpackungsmaterialien www.bio-lutions.com

Mit seinem innovativen mechanischen Prozess produziert BIO-LUTIONS leistungsfähige und ökologisch nachhaltige Verpackungen und abbaubares Tischgeschirr, hergestellt aus landwirtschaftlichen Reststoffen. Dies erfolgt in Kooperation mit Kleinbauern u.a. aus Indien und China. Durch die Verarbeitung der Reststoffe in selbstbindende Naturfasern, kann vollständig auf die aufwändigen chemischen und energiezehrenden Prozesse der Cellulose-Herstellung verzichtet werden. Die Endprodukte können entweder unter normalen Bedingungen kompostiert, zur Biogasproduktion verwendet, recycelt oder aber auch nahezu CO2 neutral verbrannt werden. Regionale Materialien, regionale Produktion und regionale Märkte – Dezentralisierung ist hier der Schlüssel.

Platz 2: Paptic® (FI): Die neue Papier-Tragetasche – leichter und stabiler www.paptic.com

Paptic® ersetzt öl-basierte Kunststoffe durch bio-basierte, recycelbare und wiederverwertbare PAPTIC® Materialien. PAPTIC® verwendet Holzfasern zur Herstellung eines Biokunststoff-Verbundpapiers, welches die jeweiligen Vorteile von Papier, Kunststoff und Textilien vereinigt. Zudem kann dieses im existierenden Papier-Recycling verarbeitet werden kann. Die erste PAPTIC® Anwendung sind Tragetaschen, ausgerichtet auf das Ziel der EU, die Verwendung von Plastiktüten bis zum Jahr 2019 um 55 % zu reduzieren. PAPTIC® Tragetaschen wurden 2016 am Markt eingeführt. Die patentierte PAPTIC® Technologie basiert auf einer Schaumform-Technologie, die 30 % weniger Energie benötigt und die Herstellung von bis zu 50 % leichteren Produkten erlaubt als in der traditionellen Papierherstellung.

Platz 3: Phytowelt GreenTechnologies (DE): Hochwertiges Himbeer-Aroma mit Hilfe von Biotechnologie www.phytowelt.com

(R)-alpha-Jonon ist der Hauptbestandteil des Himbeer-Aromas. Bei der chemischen Synthese entsteht aber nicht nur (R)-alpha-Jonon, sondern auch (S)-alpha-Jonon. Letzteres riecht holzig-modrig und verschlechtert dadurch das vom (R)-alpha-Jonon verursachte Himbeer-Aroma. Es ist jedoch aufwändig, die beiden Moleküle voneinander zu trennen. Dank des von Phytowelt patentierten Prozesses, kann heute ausschließlich die gewünschte R-Form hergestellt werden. Durch die biotechnologische Herstellung ist das Himbeeraroma natürlich, rein und duftet intensiv. Anwendungsbereiche sind Nahrungsmittel, Getränke, Parfums, Medikamente usw. Der Phytowelt-Himbeerduftstoff ist der erste natürliche Duftstoff auf dem Markt, der konkurrenzfähig in großer Menge und hoher Qualität produziert werden kann. Dementsprechend weist er einen hohen Wettbewerbsvorteil auf.

Quelle: nova-Institute

Weitere Informationen zum Innovationspreis, zu allen sechs Kandidaten und den drei Gewinnern: www.bio-based-conference.com/award

Quelle: nova-Institute GmbH