Potenziale von Komposten heben und sachgerechte Düngung ermöglichen

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Umsetzen einer Kompostmiete (Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de)

Berlin — Die seit 2015 geltende gesetzliche Pflicht zur getrennten Erfassung von organischen Abfällen werde in vielen Kommunen nicht eingehalten. Dadurch gingen große Mengen an potenziellen Kompostdüngern verloren. Das sei nicht hinnehmbar, betont der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. anlässlich der diesjährigen „International Compost Awareness Week“.

„Diese Pflicht wird vielerorts schlichtweg ignoriert. 2015 sank sogar die Menge der gesammelten organischen Abfälle um 166.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr“, kritisierte BDE-Präsident Peter Kurth. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass Berlin, Hamburg und Teile Ostdeutschlands hier die Schlusslichter bilden: „Im Schnitt werden deutschlandweit 56 Kilogramm Abfälle pro Jahr und Kopf über die Biotonne erfasst – in Brandenburg sind es gerade einmal drei Kilo.“ Hinzu kämen die Abfälle aus Gärten und Parkanlagen. Die Kommunalaufsicht gehe mit der Durchsetzung der bundesgesetzlichen Verpflichtung vielerorts nachlässig um.

Aus organischen Abfällen wird vornehmlich Kompost hergestellt, der landwirtschaftlich genutzte Böden mit Nährstoffen und Humus versorgt. Die Besonderheiten von Kompostdüngern werden nach Ansicht des BDE in der novellierten Düngeverordnung nicht angemessen berücksichtigt. Die Verordnung sieht allerdings vor, dass die Bundesländer bei der Anwendung bestimmter Düngemittel – darunter Kompost – Zuschläge einräumen können. Kurth stellt klar: „Die Länder sind jetzt am Zug, sachgerechte Regelungen für die Kompostaufbringung festzulegen. In der Düngeverordnung werden ausdrücklich Düngemittel mit geringer pflanzenbaulicher Stickstoffverfügbarkeit benannt, die zur Erhöhung des Humusgehaltes eingesetzt werden. Ergo: Komposte.“

In der aktuell laufenden Diskussion um die Stoffstrombilanzverordnung fordert der BDE Anpassungen zugunsten des Humusdüngers Kompost: „In der Stoffstrombilanzverordnung sollten die Besonderheiten von Kompostdüngern berücksichtigt werden. Werden sie wie in der Düngeverordnung unangemessen reglementiert, können Böden nicht mehr ausreichend mit Humus versorgt werden.“

Quelle: BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.