Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane wählte abfallpol. Sprecher

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Die neuen abfallpolitischen KSK-Sprecher (v.l.n.r,): Dr. Thomas Hillebrand, Marco Werth und Thomas Ross (Foto: FSK)

Frankfurt / Stuttgart — Der Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane (FSK) e.V. hat mit Dr. Thomas Hillebrand (PDR Recycling GmbH + Co KG) und Marco Werth (Rampf Ecosystems GmbH & Co KG) zwei neue stellvertretende Sprecher für Recyclingfragen gewählt. Thomas Ross (Sekisui Alveo GmbH), der noch ein Jahr die Sprecherfunktion innehaben und diese ab 2015 mit seinen zwei Stellvertretern im rotierenden System tauschen wird, wurde wiedergewählt. Ab 2015 soll Dr. Hillebrand die Sprecherfunktion übernehmen und mit Thomas Ross und Marco Werth zu dritt die AG Verwertung innerhalb des FSK leiten sowie den Verband in abfallpolitischen Fragen nach außen vertreten.

Mit Dr. Thomas Hillebrand und Marco Werth sind zwei Fachleute als stellvertretende Fachsprecher im FSK gewählt worden, die über langjährige Erfahrung in chemischer und stofflicher Verwertung verfügen. So betreibt Rampf Ecosystems innerhalb der Rampf-Gruppe in Pirmasens Produktionsanlagen, die mittels diverser Solvolyseprozesse, wie z.B. Glykolyse, Acidolyse, Polyolyse etc., Polyurethan-Produktionsabfälle in Recyclingpolyole umwandeln und in den Produktionsprozess zurückbringen. Die von Rampf Ecosystems selbst entwickelten Verfahren ermöglichen das chemische Recycling von nahezu allen Arten von Polyurethan.

PDR Recycling  sammelt deutschlandweit gebrauchte Polyurethan-Schaumdosen von Handel, Kommunen, Profi-Anwendern und Heimwerkern. Die PUR-Schaumdosen werden in der Recyclinganlage in ihre Bestandteile zerlegt. PDR verwertet sowohl die Dose als auch den Restinhalt zu über 95 Prozent, davon rund 80 Prozent stofflich. Die wiedergewonnenen Rohstoffe und Produkte werden in den Produktionskreislauf zurückgeführt. Während der Besichtigung der PDR-Recyclinganlage in Thurnau durch die Mitglieder der AG Verwertung im FSK zeigte sich eindrucksvoll, wie Produktverantwortung und Kreislaufwirtschaft funktionieren kann.

Dr. Thomas Hillebrand ist sich aber bewusst, „dass nicht für alle Industriebereiche solche geschlossenen Kreisläufe möglich sind. Das im KrWG festgelegte Primat von Recycling und von stofflicher Verwertung müsste auch in der täglichen Praxis konsequent umgesetzt werden“. Die größten Probleme und Hemmnisse hätten Recyclate dann, wenn Reststoffe aus verschiedenen Stoffströmen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen zusammenlaufen. Wenn diese nicht genügend bekannt seien, sähen Abnehmerindustrien in Recyclingbauteilen große Risiken.

Auch der ökonomische Aufwand und Energieeinsatz für die Aufbereitung von Produktions- und insbesondere von Post-Consumer-Abfällen müsse in einem entsprechenden Verhältnis zu den Rohstoffen stehen, um wettbewerbsfähig zu sein. Ressourceneffizienz, so der FSK, ergebe sich durch ein ausgewogenes ökonomisches und ökologisches Verhältnis des Recyclateinsatzes zu den Rohstoffen.

Quelle: Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane (FSK) e.V.