PlasticsEurope 2016: Verwertung von Kunststoffabfällen erneut bei 99 Prozent

429
Source: PlasticsEurope

Frankfurt/Main — Laut aktuellem Geschäftsbericht von PlasticsEurope erreichte die Verwertungsleistung von Kunststoffabfällen in Deutschland im Jahr 2016 erneut 99 Prozent und ist auf höchstem Niveau. Dies belegt die jüngste Studie der Consultic mit ihrer umfangreichen Erhebung für Produktion, Verbrauch und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland, eine Gemeinschaftsarbeit der Kunststofferzeuger zusammen mit BKV GmbH, Industrieverband Kunststoffverpackungen (IK), Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) und Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse).

Darüber hinaus hat PlasticsEurope Deutschland sein erfolgreiches Praxisprojekt „Null Pelletverlust“ im Rahmen von Responsible Care der Chemischen Industrie fortgesetzt. Das Projekt ist Teil des jährlichen Responsible-Care-Reportings mit externer Validierung durch ein unabhängiges Prüfinstitut. Null Pelletverlust steht im europäischen und globalen Kontext mit der sogenannten „Operation Clean Sweep“-Initiative. Dabei soll „Product Stewardship“ auch auf die Wertschöpfungskette ausgedehnt werden, welches in Deutschland vom IK (Industrie- vereinigung Kunststoffverpackungen) und den Konsumwaren- herstellern des Pro-K durch deren Programme „Null Granu- latverlust“ umgesetzt ist.

Beratend bei Marine-Litter-Diskussionen

Im zurückliegenden Geschäftsjahr – so der Geschäftsbericht – sei es gelungen, die bestehende gemeinsame Position der Chemiebranchen von PlasticsEurope Deutschland e.V. mit dem VCI und dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. zu erweitern: Hinzu kamen die Industrievereinigung Chemiefaser e.V. und der Textilherstellerverband Tegewa. Intention des Papiers ist die Darstellung von Fakten über sowohl Abfälle als auch kleine Partikel in der Meeres- umwelt. Darüber hinaus werden Lösungsansätze der jeweiligen Branchen beschrieben.

Im Auftrag der Bundesregierung ist PlasticsEurope Deutschland als beratender Wirtschaftsvertreter im Rahmen der Marine-Litter-Diskussionen anerkannt und wurde bereits im zurückliegenden Jahr von G7, der Gruppe der sieben bedeutendsten Industrienationen, eingeladen. Diesen Prozess hat die Bundesregierung weiterentwickelt, sodass der Verband aktuell unter deutscher Präsidentschaft auch bei der Gruppe der G20 eingeladen ist.

Produktion gestiegen, Umsatz leicht gefallen

Die deutsche Kunststoffindustrie konnte 2016 ihre Produktion von 18,4 Mio. t auf 19,2 Mio. t steigern. Gleichzeitig fiel der Umsatz von 24,4 Mrd. € auf 24,2 Mrd. €. Der Heimatmarkt für Kunststoff aus Deutschland ist Europa. Das belegen die Außenhandelszahlen für 2016 einmal mehr. 73,8 Prozent wurden in die EU 28 exportiert, 10,5 Prozent in das restliche Europa. Nach Asien wurden 9,1 Prozent ausgeführt. 87,5 Prozent der Importe stammten aus der EU 28, 3,5 Prozent aus dem restlichen Europa. Asien trug 6,9 Prozent bei.

Die größten Exporte gingen nach Italien, Frankreich, Polen, die Niederlande und Belgien. Die höchsten Importe kamen aus Belgien (über 2,2 Mio. t), den Niederlanden (über 2,0 Mio. t) und Frankreich (ca. 1,1 Mio. t).

Bauen und Verpacken – das sind die mengenmäßig dominierenden Anwendungsbereiche für Kunststoff. 35 Prozent des hergestellten Kunststoffs wurde zur Produktion von Verpackungen verwendet, 23 Prozent im Baubereich eingesetzt, und 11 Prozent übernahm der Fahrzeugbau.

Der PlasticsEurope Geschäftsbericht 2016 steht unter plasticseurope.de zur Verfügung.

Quelle: PlasticsEurope Deutschland e. V.