IKB: Der Preisboom des 1. Quartals 2017 bei Rohstoffen ist abgeflaut

941
Kupferabbau in Gällivare, Schweden (Foto: Neta623 / Pixabay)

Düsseldorf — Die Weltrohstoffpreise tendierten im Verlauf des April nur leicht höher (+1,2 Prozent). Der Preisboom scheint erst einmal beendet. Dies verwundert umso mehr, als die weltwirtschaftliche Entwicklung trotz einiger geopolitischer Risiken positiv verläuft: Die Wirtschaft Chinas wuchs im ersten Quartal 2017 wieder stärker, die Erholung in der Euro-Zone setzt sich fort, und auch die USA liefern zufriedenstellende Wirtschaftszahlen, meldet aktuell die IKB Deutsche Industriebank in ihrer Rohstoffpreis-Information.

Im ersten Quartal 2017 stieg die weltweite Rohstahlproduktion um 5,7 Prozent. In Deutschland nahm die Produktion um 1,8 Prozent und in der EU um 3,8 Prozent zu. Für 2017 sieht die IKB weltweit einen Anstieg um bis zu 3 Prozent. Die Schrottpreise gaben im April um bis zu 5 € pro Tonne nach, da die Exporte trotz einer um 14 Prozent höheren türkischen Stahlproduktion gering war. Die Eisenerzpreise verbilligten sich im Monatsdurchschnitt um fast ein Fünftel – dies entspricht über 16 US-$ je Tonne -, wohingegen Kokskohle erheblich anzog. In Europa gingen die Preise für Lang- und Flachprodukte weitgehend seitwärts. Tendenziell sollen die Stahlpreise bis Juni 2017 weiter seitwärts gehen; einige Güten könnten leicht rückläufig tendieren. Bei Schrotten erwartet die IKB im Mai einen leichten Rückgang.

Bis Ende März 2017 zog die globale Primäraluminium-Produktion um 7,4 Prozent an; in China legte sie um 14 Prozent zu. Dagegen brach die Produktion in Nordamerika um 6 Prozent ein. Für das Gesamtjahr sieht die IKB eine Produktion von 59 bis 60 Mio. t Primäraluminium weltweit. Die Lagerbestände an der LME sanken auf unter 1,65 Mio. t, diejenigen der SHFE stiegen auf 390.000 t. Die investive Nachfrage im März sank um gut 22 Prozent im Vergleich zum Vormonatsniveau. Insgesamt ist ein hohes Versorgungsniveau gegeben. In der Tendenz bewegen sich die Primäraluminiumpreise bis Mitte 2017 weiter um die Marke von 1.900 US-$ je Tonne mit einem Band von 200 US-$; die Preise von Recyclingaluminium oszillieren um 1.700 US-$ pro Tonne.

Im Januar 2017 stieg die Weltkupferminen-Produktion um 4 Prozent; die Raffinadeproduktion legte um 2 Prozent zu. Der Verbrauch zog ebenfalls um 2 Prozent an. Im Gesamtjahr 2016 kam es revidiert noch zu einem Angebotsdefizit von 129.000 t. Für 2017 zeichnet sich ein weitgehend balancierter Markt ab. Anziehende indonesische Exporte von Kupfererzen sollten den Markt entspannen. Die Vorräte an der LME sanken Ende April 2017 auf rd. 260.000 t ab, diejenigen an der SHFE machten 228.000 t aus. Die investive Nachfrage reduzierte sich im April nur leicht. In der Tendenz prognostiziert die IKB für die Kupfernotierung bis Ende Juni 2017 eine Bewegung in einem Band von 300 US-$ um die Marke von 5.800 US-$ je Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank