Österreich: Mehrwegflaschen-Marktcheck belegt Scheitern freiwilliger Vereinbarungen

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Die Grünen (Österreich)

Wien — Auch in Österreich wird die Mehrweg-Pfandflasche durch Dosen und Wegwerf-Flaschen aus den Regalen des Lebensmittelhandels verdrängt. „Die freiwilligen Vereinbarungen des Umweltministers mit dem Handel und der Getränkewirtschaft zur Förderung von Mehrwegflaschen sind schon seit Jahren gescheitert. Der Mehrweganteil befindet sich auf einem historischen Tiefstand, aber das konnte Minister Rupprechter bisher nicht aus seinem umweltpolitischen Tiefschlaf holen – zu groß war sein Vertrauen auf die unsichtbare Hand des Getränkemarktes. Wachen Sie endlich auf, Herr Minister!“, fordert Christiane Brunner, Umweltsprecherin der österreichischen Grünen.

Die Untersuchungen von Greenpeace zeigen, dass Discounter überhaupt keine Mehrwegflaschen anbieten und sogar Bier in Wegwerf-Flaschen verkauft wird. Seit dem Beginn der so genannten freiwilligen Selbstverpflichtung von Industrie und Handel ist der Mehrweganteil bei Getränkeverpackungen dramatisch eingebrochen. Wurden Mitte der 1990er Jahre noch fast alle Mineralwasserflaschen sowie mehr als die Hälfte aller Limonaden in Mehrweg-Pfandflaschen verkauft, so sind die Mehrweganteile seither immer weiter gesunken.

Wie ein aktueller Greenpeace-Marktcheck ausweist, greifen immer mehr KonsumentInnen zu Bier in der 0,33 l-Flasche, die aber vorwiegend als Wegwerfflasche angeboten wird. Mineralwasser wird von einigen wenigen bekannten Marken in Pfandflaschen abgefüllt und ist in den Supermärkten oft nur mehr vereinzelt zu finden. Bei Fruchtsäften und Limonaden ist das Angebot an Mehrwegflaschen in den Supermarktregalen ebenfalls gering.

Die Supermärkte müssen nach Ansicht der Grünen mehr tun, wenn sie der Mehrwegflasche wieder auf die Sprünge helfen wollen. Die angebotenen Mehrwegflaschen müssen im Regal besser platziert und klar gekennzeichnet werden. Aber auch die Discounter müssten endlich handeln und ein Pfand- und Rücknahmesystem einführen, fordert Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons: „Die Kunden und KundInnen von Hofer, Lidl und PennyMarkt schauen bei Mehrweg durch die Finger. Denn hier besteht nicht einmal die Wahlmöglichkeit zwischen einer Flasche zum Wegwerfen nach einmaligem Gebrauch und der umweltfreundlichen Pfandflasche.“

„Ich werde nächsten Dienstag im Umweltausschuss erneut einen fertig ausgearbeiteten Gesetzesvorschlag zur Erhöhung der Mehrweganteile vorlegen und ein österreichweites Pfandsystem für Dosen und Flaschen beantragen. Das bringt regionale Arbeitsplätze, spart wertvolle Ressourcen und schützt die Umwelt vor weggeworfenen Dosen und Flaschen“, hält Christiane Brunner fest.

Quelle: Die Grünen – Die Grüne Alternative

, Bundespartei