Tag der Lebensmittel-Verschwendung: Tatsächliche Nutzung erst ab 2. Mai

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Essensreste (Foto: Ben Kerckx / Pixabay)

Berlin — Es ist zwar nur rechnerisch: Der 2. Mai markiert den Tag im Jahr, ab dem die für Deutschland produzierten Nahrungsmittel nicht mehr im Abfall landen, sondern endlich verwertet und tatsächlich genutzt werden. Doch es macht deutlich, wie viele Lebensmittel in Deutschland alltäglich verschwendet werden. Mit dem „Tag der Lebensmittelverschwendung“ will die Naturschutzorganisation WWF symbolisch verdeutlichen, dass in der Bundesrepublik fast ein Drittel des aktuellen Verbrauchs von Lebensmitteln ungenutzt verschwendet wird.

Den WWF-Berechnungen zufolge umfasst die Verschwendung jährlich rund 18 Mio. Tonnen. „Umgerechnet sind alle Nahrungsmittel, die wir in den ersten vier Monaten von 2017 produziert haben, auf dem Müll gelandet“, sagt Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin für Landwirtschaft. Da sich die Bundesregierung aber lautstark zu dem Ziel bekenne, die Lebensmittelverluste bis 2030 zu halbieren, müsste der symbolische „Tag der Lebensmittelverschwendung“ damit eigentlich jedes Jahr um mehrere Kalendertage nach vorne rutschen. Doch das ist nicht der Fall, so die Kritik. Laut WWF werden jährlich 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet, nur um die darauf angebauten Produkte wieder wegzuwerfen. Hinzukommen unnötig freigesetzte Treibhausgasemissionen in Höhe von 48 Mio. Tonnen.

„Seitens der Bundespolitik hat es in der Vergangenheit viele Ankündigungen gegeben. Aber bis heute fehlt es an einer fundierten Erfassung der Lebensmittelverluste. Damit ist es auch nicht möglich nachzuweisen, ob überhaupt und was konkret erreicht worden ist. Wir brauchen endlich eine abgestimmte nationale Strategie zur Verminderung von Lebensmittelverlusten, die klare und verbindliche Zielvorgaben vom Produzenten über die Lebensmittelindustrie bis hin zum Handel und der Gastronomie erarbeitet. Damit alle Aktivitäten zielgerichtet gebündelt werden, ist zudem eine schlagkräftige Koordinierungsstelle notwendig“, fordert die WWF-Expertin.

„Bereits heute können wir auch ohne den Einsatz neuer Technologien 10 der 18 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste vermeiden – etwa durch ein verbessertes Management entlang der Wertschöpfungskette, nachhaltigere Marketingstrategien und veränderte Konsumgewohnheiten“, betont Dräger de Teran. „Mindern Landwirtschaft, Handel und Verbraucher Lebensmittelverluste, leisten sie aktiv Ressourcen- und Klimaschutz.“

Quelle: WWF Deutschland