ExtraPhos®-Verfahren: Rotaria baut Anlage zur Phosphor-Rückgewinnung

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Quelle: Rotaria Energie- und Umwelttechnik GmbH

Schwerin — Eine Prototyp-Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm nach dem ExtraPhos®-Verfahren konstruiert und baut derzeit die Rotaria Energie- und Umwelttechnik GmbH in Rerik im Auftrag der Chemische Fabrik Budenheim KG aus Rheinland-Pfalz. Zur Extraktion der Phosphate wird bei diesem Verfahren ausschließlich Kohlenstoffdioxid verwendet, das im Prozess im Kreis geführt wird. Ziel ist die Entwicklung eines umweltfreundlichen, nachhaltigen und wirtschaftlichen Verfahrens zum Einsatz in Kläranlagen. Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, informierte sich über den Stand der Technik.

„Es freut mich zu sehen, dass Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern den Trend der Zeit erkannt haben und sich an der Entwicklung zukunftsweisender Verfahrenstechnologien und Anlagen beteiligen“, erklärte der Minister. „Mir ist es ausgesprochen wichtig, dass die Klärschlammentsorgung in Mecklenburg-Vorpommern langfristig und zukunftssicher gewährleistet ist. Hierzu gehört für mich selbstverständlich, dass die wertgebenden Substanzen des Klärschlamms genutzt und zugleich die für die Umwelt gefährlichen Bestandteile beseitigt und aus dem Kreislauf ausgeschleust werden.“

Klärschlamm in Mecklenburg-Vorpommern ging bis 2015 noch überwiegend in den landwirtschaftlichen Verwertungsweg. Vor dem Hintergrund der rechtlichen Begrenzungen, die sich aus den gültigen Grenzwerten der Düngemittelverordnung (DüMV) ergeben, wurde dieser Verwertungsweg deutlich eingeschränkt. 30 Prozent des regionalen Klärschlammes  werden derzeit alternativ entsorgt. Die Entsorgung in thermischen Behandlungsanlagen erfolgt größtenteils außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern, da eigene Kapazitäten zur Mitverbrennung nur begrenzt bestehen und Monoverbrennungsanlagen für Klärschlamm in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht geschaffen wurden.

In Kürze wird sich der Bundesrat mit dem Verordnungsentwurf zur Neuordnung der Klärschlammverwertung befassen. Das Bundeskabinett hat diesem Entwurf im Januar und der Bundestag im März zugestimmt. Die neue Verordnung soll die derzeit geltende Klärschlammverordnung vollständig ablösen. Kernstück der neuen Verordnung bildet die Pflicht zur Phosphorrückgewinnung aus Abwasser, Klärschlamm oder Klärschlammaschen. Zugleich soll die Verordnung die direkte bodenbezogene Verwertung von Klärschlämmen aus Abwasserbehandlungsanlagen größer 100.000 EW (12 Jahre nach Inkrafttreten) und aus Kläranlagen größer 50.000 EW (15 Jahre nach Inkrafttreten) untersagen.

Am Ortstermin nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der Klärschlammkooperation MV GmbH und des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen teil. Die Klärschlammkooperation bündelt die Klärschlammmengen von derzeit 6 Abwasserzweckverbänden (Gesellschaftern) und strebt den Bau und die Betreibung einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage in Mecklenburg-Vorpommern an. Der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR) errichtet derzeit in Bergen für die im Verbandsgebiet anfallenden Klärschlammmengen eine eigene thermische Verwertungsanlage.

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Mecklenburg-Vorpommern