DIHK-Umfrage deckt Sorgen deutscher Unternehmer bei Auslandsgeschäften auf

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Zollschranke (Foto: YvonneH / Pixabay)

Berlin — Das Auslandsgeschäft hiesiger Betriebe dürfte sich 2017 zunächst positiv entwickeln. Die Unternehmen sehen aber auch Risiken, insbesondere in der Wirtschafts- und Außenwirtschaftspolitik einzelner Länder. Das zeigt die im März 2017 vom DIHK vorgelegte Umfrage „Going International“.

„Die deutschen Unternehmen blicken optimistisch auf ihr Auslandsgeschäft“, fasste DIHK-Präsident Eric Schweitzer die Ergebnisse der Erhebung unter 2.200 auslandsaktiven Betrieben mit Sitz in Deutschland zusammen. „Sie erwarten 2017 mehr Exporte und bessere Geschäfte dank einer wieder stärkeren Weltkonjunktur.“

Anlass zur Sorge bereiteten allerdings zunehmende Hemmnisse im Welthandel. „Immer mehr Staaten wollen sich abschotten“, befürchtet Schweitzer. „Aber offene Märkte sind Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolgs.“ Einen herben Rückschlag könne es im transatlantischen Handel geben, berichtete er: „Fast jedes dritte deutsche Unternehmen, das in den USA aktiv ist, befürchtet einen Rückgang seines US-Geschäfts.“ Die Ankündigungen von Zöllen auf Importe sowie Verschärfungen bei der Einreise sorgten für große Verunsicherung bei den Betrieben. „Zwar könnten Steuerreformen und Infrastrukturprojekte auch den deutschen Unternehmen kurzfristig Vorteile bringen“, so der DIHK-Präsident weiter, „langfristig aber sorgt der Protektionismus für deutliche Bremsspuren im Handel.“

32 Prozent der befragten Uternehmen berichten von einem Anstieg von Hemmnissen im vergangenen Geschäftsjahr. Eine Vielzahl an Maßnahmen, von Zöllen über zusätzliche Zertifizierungen bis hin zum Zwang lokaler Produktion, erschweren die Geschäfte. Die protektionistischen Ankündigungen des neuen US-Präsidenten sorgen für weitere Verunsicherung. Mögliche Neuverhandlungen über das NAFTA-Abkommen, Pläne zur Einführung von Importzöllen und eine Bevorzugung heimischer Betriebe stellen aus Sicht der deutschen Unternehmen die bisherige Handelsverflechtung in Frage – und ein hohes Risiko für das Wachstum internationaler Geschäfte mit den USA. Einen deutlichen Dämpfer für international aktive deutsche Unternehmen wird auch der Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union mit sich bringen – so die Einschätzung der befragten Firmen.

Schweitzer mahnte, die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump sollten für die EU ein Weckruf sein, wieder besser zusammenzuarbeiten: „In Europa müssen wir uns auf unsere Stärken fokussieren und gemeinsam für freien Handel und offene Märkte eintreten. Die Chancen auf den Weltmärkten müssen wir ergreifen, bevor es andere tun.“

Die Ergebnisse der aktuellen Ausgabe von „Going International“, die der DIHK mit Unterstützung der 79 Industrie- und Handelskammern erstellt hat, können unter dihk.de heruntergeladen werden.

Quelle: DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.