ITAD plädiert für Zusammenspiel von energetischer und stofflicher Verwertung

898
Quelle: Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e. V.

Düsseldorf — Die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e. V. (ITAD) hat deutlich gemacht, an welchen Punkten sich die Wahlprogramme der Bundes- und Länderparteien aus Sicht der thermischen Abfallbehandlung dieses Jahres messen lassen müssen. „Wir freuen uns, dass die Frage nach dem optimalen Zusammenspiel von stofflichem und thermischem Recycling von immer mehr Akteuren weitergedacht wird“, kommentiert ITAD-Geschäftsführer Carsten Spohn die neue Veröffentlichung zu „Abfallpolitische Kernforderungen“. Allerdings – räumt er ein – steige mit der Zahl der Akteure auch die Zahl der wenig sachgerechten Argumente“.

Der Gefahr, dass politische Entscheidungen auf Grund unsachlicher Überzeugungen getroffen werden, begegnet die ITAD mit fünf klaren Forderungen der Branche. Die Forderungen sind mit fundierten Studien und/oder Faktenblättern begründet, die unter itad.de/fakten veröffentlicht sind.

1. Thermische Abfallbehandlung ist ein Grundpfeiler der Kreislaufwirtschaft
Thermische Abfallbehandlung stellt die in jedem Kreislauf dringend notwenige Schadstoffsenke dar und bietet langfristige und bezahlbare Entsorgungssicherheit für alle Siedlungsabfälle. Sie ist integraler Bestandteil einer nachhaltigen Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft. Wird dies verkannt, entstehen Rahmenbedingungen, die Ökologie und Ökonomie konterkarieren.

2. Keine Deponierung und keine Scheinverwertung von Siedlungs- und Gewerbeabfällen
Die Deponierung von unbehandelten Siedlungs- und Gewerbeabfällen in Europa ist eine Verschwendung von Ressourcen und eine unnötige Quelle von Umweltbelastungen. Gleiches gilt für Scheinverwertungsmaßnahmen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU.

3. Hochwertiges Recycling fördern – Qualität vor Quantität
Ziel muss das beste Ergebnis für Mensch und Umwelt unter Berücksichtigung aller Auswirkungen sein. Bei der Lenkung von Stoffströmen darf nicht eine starre Quote ausschlaggebend sein.

4. Energie aus Abfall ist klimafreundlich
Rund die Hälfte des Abfalls ist biogen und die genutzte Energie somit erneuerbar. Doch auch die fossile Hälfte hat ihren Zweck bereits erfüllt bevor sie Abfall wurde. Die Nutzbarmachung der Energie ist also ein klimafreundlicher Nebeneffekt. Dies sollte ähnlich der Abwärme aus Industrieprozessen über Erzeuger-, Versorger-, Verteiler- und Verbraucherregelungen gewürdigt werden.

5. Sachgerechte Voraussetzungen zur Abfallnutzung schaffen
Dazu gehören:

a) eine valide und aussagekräftige Datenbasis in der Kreislaufwirtschaft zur Gestaltung sachgerechter Regelungen,

b) die Berücksichtigung der hohen Emissionsstandards deutscher Abfallverbrennungsanlagen im europäischen Kontext und der Kosten/Nutzen-Verhältnisse,

c) die Gleichbehandlung von Abfall zur energetischen Verwertung im Verhältnis zur stofflichen Verwertung bei Notifizierungen z.B. in Form eines „Schengenraumes für Abfälle“.

Quelle: ITAD – Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e.V.