Stoffstrom-Analyse belegt illegale Sammlung von Alttextilien mit Zahlen

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Kleidercontainer (Foto: © Gisela Peter/ http://www.pixelio.de)

Wien — Textile Güter für die private Nutzung und deren (Wieder)Verwendung spielen hinsichtlich ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle. Doch bedarf es, um ihre Bedeutung beurteilen und Optimierungspotentiale aufzeigen zu können, einer empirischen Datengrundlage, die zum aktuellen Zeitpunkt in Österreich nicht gegeben ist. Eine Magisterarbeit hat jetzt eine bessere Quellenlage geschaffen.

Sie untersuchte im Rahmen der Erstellung einer Materialflussanalyse Stoffflüsse in und aus Haushalten sowie das Nutzlager. Und stellte fest, dass die jährlichen Inputs stetig steigen, während das Aufkommen der Alttextiliensammlung annähernd konstant bleibt. Die dazu von Behörden publizierten Angaben über die Sammelleistung sind zu gering. Das ist insbesondere dem Umstand geschuldet, dass es einen erheblichen Anteil an informeller bzw. illegaler Sammlung gibt. Des weitereren liefert die Studie Informationen darüber, was nötig wäre, um den Textilhaushalt bestmöglich darstellen zu können.

So gibt der Autor unter anderem zu bedenken, dass die illegale Sammlung ein erhebliches Problem darstellt und eine große Menge der verfügbaren Sammelware abschöpft: „Da die Alttextiliensammlung in Österreich zum Großteil von sozialwirtschaftlichen Vereinen und Hilfsorganisationen durchgeführt wird oder diesen zu Gute kommt, wird ein verstärktes Vorgehen der Kommunen gefordert.“

Der Autor Maximilian Wagner hat mit dieser Arbeit über „Untersuchung der Flüsse und Lager von Textilien in Österreich“ erstmals eine umfassende Datengrundlage geschaffen, auf deren Basis die wichtige Alttextilsammlung künftig transparenter diskutiert und im Sinne der vielen SpenderInnen von Altkleidern auch mehr als bisher auf Gemeinwohlinteressen hin ausgerichtet werden kann. Die Magisterarbeit kann unter repanet.at heruntergeladen werden.

Quelle: RepaNet – Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich