Brasilianische Besucherdelegation beeindruckt von EBS-Aufbereitung

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Internationale Begegnung: AWG und Jundiai-Besuchergruppe

Ennigerloh — Eine vierköpfige Delegation aus Jundiai (Brasilien) war zu Gast bei der ASA im Hause der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH (AWG). Anlass ihrer einwöchigen Rundreise ist das Projekt „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte (Nakopa)“, bezuschusst vom Bundesentwicklungsministerium.

Nach einem einleitenden Vortrag zum Gesamtkonzept der regionalen Abfallwirtschaft von Michael Dierkes (AWG) schilderten die Gäste die derzeitigen Entsorgungsverhältnisse in Brasilien. „Hier werden Straßen und Deponien nach Verwertbarem durchsucht und an Firmen verkauft, die daraus Rohstoffe gewinnen.“ Um sich in Zukunft diesen Problemen zu stellen, will man sich an den Entsorgungskonzepten westlicher Länder orientieren. „In Brasilien wird von der Müllabfuhr alles mitgenommen, was in der Tonne ist“, berichteten die Gäste. Die Kosten für die Müllabfuhr sind in Brasilien mit einer Steuer für die Gemeinde abgegolten, die im Vergleich zu Deutschland sehr gering ist, wie die Teilnehmer feststellten. Gezahlt werden umgerechnet ca. 300 Euro pro Jahr für Müllabfuhr, Reinigung der Straße, Beleuchtung und Instandhaltung der Straßen. Das sind monatlich ca. 25 Euro für alles.

Seit 2010 schreibt das Abfallgesetz des Landes den Kommunen vor, Müllsammler beim Recycling einzubinden. Ein Vorgehen, das sowohl der Umwelt wie auch den Armen nutzt und zugleich eine Vorbildfunktion für andere Länder habe. Auf Nachfrage zu der externen Einbindung in Gesetzgebungsprozesse wurde deutlich, dass sich auch in Brasilien Sachverständige und Interessenvertreter zu sachlichen Fragen zur Entscheidungsfindung im Vorfeld beraten.

Beim anschließenden Gang durch die mechanisch-biologische Anlage erkundigten sich die Gäste nach der Aufbereitung von Restabfällen zu qualitätsgesicherten Ersatzbrennstoffen. Die brasilianischen Fachleute zeigten sich sehr beeindruckt vom Konzept des ressourcensparenden Einsatzes der Ersatzbrennstoffe in der regionalen Zement- und Kraftwerksindustrie.

Noch bis zum 11. April wird die brasilianische Delegation die Abfallwirtschaft in Deutschland beleuchten. Auf dem weiteren Programm stehen die Besichtigung der Pohlschen Heide im Landkreis Minden-Lübbecke, die Besichtigung des Wertstoffzentrums in Neumünster, der GfA Lüneburg in Bardowick und der Stadtreinigung Hamburg.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e.V. (ASA )