IKB: Schrottpreise in Seitwärtsbewegung, Recyclingaluminium-Preise stabil

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Aluminium-Reststoffe (Foto: Kroll/ Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Die metallischen Rohstoffe haben einen „Trump-Infrastrukturbonus“ eingepreist. Entscheidend werde nun aber sein, ob die versprochenen Investitionen in die marode amerikanische Infrastruktur auch bald starten. Ansonsten könnte es zu einer Preiskorrektur gegen Ende des zweiten Quartals kommen. Hiervon würden dann Kupfer und Nickel stärker betroffen sein, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Die globale Rohstahlproduktion expandierte bis Februar 2017 um 5,8 Prozent. In Deutschland und der EU nahm die Produktion um 1,8 Prozent zu. Für 2017 ssieht die IKB weltweit einen Anstieg um bis zu 3 Prozent. Die Schrottpreise zogen im März um bis zu 30 € pro Tonne an; vor allem die türkische Nachfrage bleib auf hohem Niveau. Die Eisenerzpreise waren im Monatsdurchschnitt stabil, haben aber Abwärtspotenzial. Kokskohle verbilligte sich weiter. In Europa zeigten sich die Preise für Lang- und Flachprodukte kaum verändert zum Vormonat. Tendenziell erhöhen sich bis Ende Juni 2017 die Stahlpreise nur leicht; einige Güten bewegen sich seitwärts, verzinkte Produkte steigen etwas stärker. Bei Schrotten erwartet die Industriebank im April eine Seitwärtsbewegung.

Weltweit zeichnet sich für die Primäraluminiumproduktion 2017 ein neuer Produktionsrekord ab: In den ersten beiden Monaten 2017 legte die Erzeugung um 10 Prozent zu, in China sogar um 20 Prozent. Dagegen brach die Produktion in Nordamerika um 10 Prozent ein. Die Lagerbestände an der LME sanken kräftig auf unter 1,9 Mio. t; diejenigen der SHFE stiegen auf 332.000 t. Die investive Nachfrage im März sank um gut 10 Prozent im Vergleich zum Vormonatsniveau. In der Tendenz bewegen sich die Primäraluminiumpreise bis Ende Juni 2017 um die Marke von 1.900 US-$ je Tonne mit einem Band von 200 US-$; die Preise von Recyclingaluminium oszillieren um 1.700 US-$ je Tonne.

Die Weltkupferminenproduktion stieg im Jahr 2016 um 5 Prozent, während die Raffinadeproduktion um 2,5 Prozent zulegte. Der Verbrauch zog nur um 2 Prozent an. Im Gesamtjahr 2016 kam es noch zu einem Angebotsdefizit von 55.000 t. Für 2017 zeichnet sich ein weitgehend balancierter Markt ab. Bestimmte Spezialitäten sind weiter knapp. Die Vorräte an der LME zogen Ende März 2017 auf rund 291.000 t an; diejenigen an der SHFE machten 307.000 t aus. Die investive Nachfrage reduzierte sich im März leicht. In der Tendenz prognostiziert die IKB für die Kupfernotierung bis Ende Juni 2017 eine Bewegung in einem Band von 300 US-$ um die Marke von 5.900 US-$ je Tonne. Der Streik bei Escondida (Chile), der größten Kupfermine der Welt, ist nach über 6 Wochen beendet, sodass hiervon keine negativen Auswirkungen zu erwarten sind.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank