ver.di: Private Entsorger haben Branchenmindestlohn auf dem Gewissen

468
Auszahlung (Foto: niekverlaan / Pixabay)

Berlin — Anlässlich des auslaufenden Branchenmindestlohns für die Entsorgungswirtschaft bekräftigt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ihre Forderung nach einem Mindestlohntarifvertrag. Dies sei ein wichtiges Element in der Tariflandschaft der Entsorgungsbranche. ver.di sei für Verhandlungen bereit. „Der Branchenmindestlohn wird aber nicht exklusiv mit dem BDE verhandelt“, stellte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Andreas Scheidt am Freitag klar. Er trat damit Äußerungen des „Arbeitgeberverbands BDE“ entgegen, der behauptet haben soll, ver.di sei nicht zu Gesprächen über eine Verlängerung des Mindestlohns bereit gewesen.

ver.di hatte bereits im November 2016 den BDE und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) zu Tarifverhandlungen über den Branchenmindestlohn aufgefordert. Gleichzeitig wurde der davon völlig unabhängige Entgelttarifvertrag der privaten Entsorgung fristgemäß gekündigt.

Nunmehr versuche der BDE, die Verhandlungen zum Entgelt der privaten Entsorgung und die Verhandlungen zum Branchenmindestlohn miteinander zu verknüpfen, um ver.di am Verhandlungstisch zu halten. Es werde deutlich, dass der Arbeitgeberverband auf diese Weise versuche, einen strukturell veralteten Tarifvertrag, wie es der Entgelttarifvertrag für die private Entsorgung sei, am Leben zu erhalten, kritisierte Scheidt. Die Konsequenz dieser BDE-Verhandlungstaktik sei letztlich das Auslaufen des Branchenmindestlohns.

Quelle: ver.di-Bundesvorstand