Österreich: BRV veröffentlicht „Neue Richtlinien für Recycling-Baustoffe“

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(Quelle: BRV)

Wien — Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband hat die umfangreichen Anforderungen, die sich vor allem aus der neuen Recycling-Baustoffverordnung ergeben, in einem Regelwerk zusammengefasst. Die neue Richtlinie für Recycling-Baustoffe berücksichtigt neben der Novelle auch die notwendige Bautechnik, den Rückbau, die CE-Anforderungen sowie diejenigen der Bauprodukteverordnung. Damit stellt der BRV die vielfältigen gesetzlichen und technischen Vorgaben in einem einzigen Regelwerk kostengünstig zur Verfügung.

Bautechnik mit Umweltanforderungen

Recycling-Baustoffe sollen primär Rohstoffe sinnvoll ersetzen und damit das Deponievolumen im Bauwesen schonen. Die Kreislaufführung ist im Sinne des AWG 2002 zwingend vorgesehen, auch die Bauprodukteverordnung verlangt zwingend den Einsatz von Recycling-Baustoffen bei jedem Bauvorhaben. Seit 27 Jahren ist der BRV bemüht, über die Richtlinie für Recycling-Baustoffe sowohl die bautechnischen Anforderungen und die umwelttechnischen Grundlagen in einem Regelwerk übersichtlich zusammenzustellen.

Mit der vorliegenden 10. Auflage, Ausgabe 2017, wird nicht nur die Novelle (BGBl. II 290/2016) der Recycling-Baustoffverordnung berücksichtigt, sondern auch die im vergangenen Jahr neu aufgelegte Önorm B 3140 sowie die Anforderungen der Önorm B 3151. In Anhängen wird speziell auf die Anwendung als Gesteinskörnung für ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische für Ingenieur- und Straßenbau (Önorm EN 13242, Önorm B 3132) und für Gesteinskörnungen für Beton (Önorm EN 12620, Önorm B 3131) eingegangen. Diese Neufassung der „Richtlinie für Recycling-Baustoffe“ wurde durch den Österreichischen Güteschutzverband Recycling-Baustoffe in Zusammenwirken mit dem Österreichischen Baustoff-Recycling Verband unter Einbeziehung der Behörden, der betroffenen Fachgremien und Anwenderkreise erarbeitet.

Für Güte- und Qualitätsbestimmungen

Diese BRV-Richtlinie gibt die Anforderung zur Herstellung von qualitätsgesicherten Recycling-Baustoffen aus mineralischen Baurestmassen zur verordnungs- und normgemäßen Anwendung wieder und stellt die Güte- und Qualitätsbestimmungen sowie die Art und den Umfang der Prüfungen produzierter Recycling-Baustoffe dar. Die einzelnen Kapitel beschreiben die allgemeinen Anforderungen an den Rückbau sowie an das Eingangsmaterial. In einem weiteren Abschnitt werden die Materialbezeichnungen, die bautechnischen und umwelttechnischen Anforderungen an rezyklierten Gesteinskörnungen und mineralischen Baurestmassen beschrieben. Für den Güteschutz ist die Güte- und Qualitätsüberwachung ein zentrales Element: Die notwendigen Anforderungen der Erstprüfung und Deklarationsprüfung sowie an die werkseigene Produktionskontrolle (WPK) werden wiedergegeben. Von besonderem Interesse ist natürlich das vorzeitige Ende der Abfalleigenschaft, die bei der Herstellung von Recycling-Baustoffprodukten eintritt.

Vorteile für Bau- und Recycling-Unternehmer

Die Vielzahl an Vorschriften, die den Bauunternehmer beim Einsatz von Recycling-Baustoffen aber auch den Recycling-Betrieb bei deren Herstellung betreffen, sind durch Verordnung, Normen und Richtlinien sowie europäische Vorgaben bestimmt. Um allen am Bau Beteiligten eine Übersicht in einem einzigen Regelwerk anzubieten, legt der BRV die Richtlinie für Recycling-Baustoffe aktuell und kostengünstig vor. Sie bildet gleichzeitig auch die Basis für den Güteschutz, den eine Vielzahl an Recycling-Betrieben in Österreich freiwillig durchführt: Durch das Gütezeichen für Recycling-Baustoffe wird nicht nur die laufende Eigenüberwachung dokumentiert, sondern auch die freiwillige Überwachung durch einen Güteschutzverband, dem Auftraggeber, Behördenvertreter und die Bau- und Recycling-Wirtschaft angehören. Das Gütezeichen für Recycling-Baustoffe dokumentiert damit auf freiwilliger Basis die hohe Qualität des jeweiligen Baustoffes sowie den hohen Stellenwert, den die Qualitätssicherung für den jeweiligen Betrieb einnimmt. Die Liste der gütegeschützten Recycling-Baustoffe kann unter brv.at eingesehen werden.

Recycling-Baustoff-Produkte sind Altlastenbeitrags-frei

Der BRV weist gleichzeitig darauf hin, dass Recycling-Baustoff-Produkte, die ebenfalls in der Richtlinie für Recycling-Baustoffe beschrieben werden und den gesetzlichen Vorgaben im Sinne der Recycling-Baustoffverordnung entsprechen, altlastenbeitragsfrei bei allen Bauvorhaben Verwendung finden können. Diese können von Gemeinden, privaten Bauherrn, Bauverwaltungen und sogar für bautechnisch notwendige Vorhaben im Deponiebereich ohne Befürchtung eines Altlastenbeitrages eingesetzt werden.

ber diese und weitere wichtige Inhalte der Recycling-Baustoffverordnung bietet der BRV in den Bundesländern mehrere Seminare an; besonders hingewiesen wird auf die am 29. Mai 2017 stattfindende BRV-Tagung „Neues zum Baustoff-Recycling“, auf der auch über die ALSAG-Novelle 2017 sowie über den neuen Bundesabfallwirtschaftsplan im Zusammenhang mit Baustoff-Recycling berichtet werden soll.

Die neuen „Richtlinien für Recycling-Baustoffe“ können unter brv.a kostenpflichtig bestellt werden.

Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband (BRV)