1,7 Millionen €: Richard Geiss GmbH investiert in Lösemittel-Recycling

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High-End-Aufbereitungsanlage für Lösemittel (Foto: Richard Geiss GmbH)

Offingen — Gut 1,7 Millionen Euro will die Richard Geiss GmbH in den kommenden Monaten in die Erweiterung seiner Lösemittel-Aufbereitungsanlage investieren. Mit dieser Kapazitätserweiterung will das Familienunternehmen, das zu den führenden Unternehmen im Lösemittel-Recycling zählt, der steigenden Nachfrage am Markt gerecht werden und zugleich die Qualität seiner Produkte steigern. Mit zwei zusätzlichen Destillationskolonnen kann die Richard Geiss GmbH eine noch größere Bandbreite an Stoffen recyceln und eine noch höhere Reinheit der Destillate garantieren.

„Seit über zwei Jahren erhalten wir deutlich mehr Anfragen für Destillationsaufträge und Lohnaufarbeitungen, als wir überhaupt verarbeiten können; unser Lager ist zu 120 Prozent ausgelastet und platzt aus allen Nähten. Da ist es nur logisch, dass wir in dieses Geschäftsfeld investieren, zumal wir von vielen Kunden gebeten wurden, noch mehr Altware als bisher für sie aufzubereiten“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Bastian Geiss. Die Richard Geiss GmbH hat sich auf die Aufbereitung von hochreinen Lösemittel-Destillaten und deren Rückführung in ein funktionierendes Kreislaufsystem spezialisiert.

Betrieb für September 2017 geplant

Bereits in den vergangenen Jahren investierte das weltweit agierende Recyclingunternehmen immer wieder in die Prozessoptimierung am Standort Offingen: ein neues Labor, ein neues Container-Terminal und zuletzt eine neue Halle mit moderner Entfettungsanlage. „Zusammen mit der neuen Aufbereitungsanlage sind wir so bestens aufgestellt und können unsere Position als europaweit führender Lösemittelaufbereiter weiter ausbauen“, stellt Geiss klar. Im März wird mit den ersten Stahlbauarbeiten begonnen; bis September 2017 soll die neue Recycling-Anlage dann in Betrieb genommen werden.

Mit der Erweiterung der Aufbereitungsanlage will die Richard Geiss GmbH ihre Recycling-Kapazitäten im Bereich der halogenfreien Lösemittel um mehr als 60 Prozent steigern. Das entspricht im Jahr rund 7.000 Tonnen mehr an verschmutzten Lösemitteln, die zu hochreinen Destillaten aufbereitet werden können. Dank der beiden neuen Destillationskolonnen und deren technischen Weiterentwicklung kann das Familienunternehmen zudem seine Liste an zu destillierenden Stoffen im Vergleich zur alten Anlage deutlich ausweiten. Dank eines höheren Vakuums kann Energie beim Betreiben der Anlage gespart werden; dies ermöglicht zudem eine höhere Reinheit der Destillate und damit eine noch bessere Qualität der Geiss-Produkte.

Altstoffe aus 15 europäischen Ländern

Genau diese hohe Qualität macht den Unterschied: Mit ihren hochreinen Destillaten sieht sich die Richard Geiss GmbH als Marktführer in Deutschland und gilt europaweit als einer der führenden Anbieter von Lösemitteln. Als Spezialist für komplizierte Recycling-Aufgaben vearbeitet die Richard Geiss GmbH verarbeitet Altwaren aus 15 europäischen Ländern und liefert die hochwertig aufbereiteten Destillate in über 40 Länder weltweit. Die Qualitätsprodukte von Geiss werden in der Textilreinigung, in der Oberflächenreinigung sowie in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingesetzt.

Durch Aufbereitung und Reinigung von Lösemitteln produziert die Richard Geiss GmbH qualitativ hochwertige Recycle-Ware und trägt somit maßgeblich zum Klimaschutz und zur Schonung der Ressourcen bei. „Durch die professionelle Aufbereitung von Altware sorgen wir dafür, dass Lösemittel nach der Destillation wieder genutzt werden können und nicht einfach nur verbrannt werden, wenn sie verschmutzt sind“, so Bastian Geiss. Die hochreinen Destillate von Geiss erreichen die Qualität der Originalware. Zudem machen sich Unternehmen, die auf Recyclingware zurückgreifen, unabhängig von Preisschwankungen für Frischware. „Wenn sich der Preis für Lösemittel aufgrund von Rohstoffengpässen verzehnfacht, was durchaus schon passiert ist, stehen Unternehmen vor einem echten Problem. Wer auf Destillate setzt, kann dagegen langfristig preisstabil kalkulieren“, verdeutlicht Bastian Geiss.

Ein umfangreiches Dienstleistungsspektrum

Neben dem eigentlichen Kerngeschäft, der Aufbereitung von Lösemitteln, kümmert sich die Richard Geiss GmbH auch um den Abtransport der Altware sowie um die Lieferung der aufbereiteten Destillate. Die Spezialfahrzeuge des firmeneigenen Transport- und Logistiksystems verfügen über spezielle Sicherheitssysteme für einen gefahrlosen Transport der Lösemittel. Darüber hinaus bietet der Recycling-Spezialist eine kompetente Anwendungsberatung für den Lösemitteleinsatz sowie umfassende Laborleistungen für Lösemittelanwendungen und Lösemittelpflege. „So bekommen unsere Kunden alles aus einer Hand, das spart Zeit und Nerven. Wir bieten schnelle Hilfe, denn bei uns im Werk laufen alle Kompetenzen zusammen“, erklärt Bastian Geiss.

Seit vergangenem Jahr hat das Familienunternehmen sein umfangreiches Dienstleistungsspektrum um ein weiteres Geschäftsfeld erweitert und bietet außerdem die prozesssichere Lohnentfettung für Kleinteile und Baugruppen bis zu einer Größe von 1.200 mm x 800 mm x 970 mm an. Über die Perchlorethylen-Lösemittelanlagen können stark verölte oder benetzte Metallteile wie Stanz- und Stanzbiege-, Drahtbiege-, Tiefzieh- oder Fließpressteile absolut prozesssicher gereinigt werden. Die Lohnentfettung ist damit besonders für industrielle Anwender aus dem Automobil-, Anlagen-, Maschinen- und Werkzeugbau interessant.

Quelle: Richard Geiss GmbH