Innovative B+B Anlagenbau-Lösung für finnischen Kunststoff-Recycler

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Die Anlagenmodule (v.l.): eingehauste Schneidemühle, Friktionsabscheider und Waschtrommel (Foto: © Ekokem)

Ratingen — Die finnische Ekokem-Gruppe zählt mit einem breiten Spektrum von Dienstleistungen der Abfallwirtschaft zu den führenden Anbietern im skandinavischen Markt. Mit der Inbetriebnahme einer neuen Kunststoff-Recyclinganlage im zweiten Halbjahr 2016 stellte das Unternehmen erneut die Affinität des Unternehmens zu universeller, flexibler und zukunftsweisender Recycling-Technologie unter Beweis. Die Detmolder B+B Anlagenbau (Heilig-Gruppe), plante und realisierte die Anlage als deutscher Generalunternehmer – mit gekonntem Miteinander von Planung, Engineering, Realisierung bis hin zur Zukunftssicherheit.

Die neue Recyclinganlage für post-consumer Kunststoffe der Materialtypen HDPE und PP sowie der Folienkunststoffe LDPE und LLDPE ist integriert in den Standort Riihimäki, ca. 70 Kilometer entfernt von Helsinki, der seit 1984 mit der Abfallbehandlung von Ekokem befasst ist. Dort wurden die technologischen Vorstellungen eines effektiven, weitgehend automatisierten Recyclingprozesses mit geringstmöglich operativen Kosten für die häufigsten Kunststoffarten Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) geboren und realisiert.

Ein Modul-System für spezielle Probleme

Ausgelegt auf einen Stundendurchsatz von 1.500 bis 3.000 Kilogramm, werden die Kunststoffarten über eine Vorsortieranlage in transportable Ballen gepresst, zwischengelagert und – je nach Kunststoffart – im Wechselmodus der Anlage zugeführt. Hartkunststoffe wie HDPE und PP fallen zum Beispiel bei Flaschenkästen, Eimern, Rohren und Flaschen fallen oder Folien der Gruppe LDPE und LLDPE (Stretch) als Verpackungs-, Bau- und Agrarfolien an. Deren wechselseitige Zuführug verlangt der Anlagentechnik und -steuerung einen hohen Technologielevel ab. Für die verschiedenen Kunststoffarten – bis hin zu Folienverbunden –, die noch unterschiedlich mit Stoffen und Mengen verschmutzt sind, ist ein System von Anlagenmodulen erforderlich, die erst im Zusammenwirken zum Ergebnis einwandfreier Sekundärrohstoffe für neue Produkte führen.

Die B+B Recyclingroute: automatisch und effektiv

Nach Zerkleinerung der Ballenware im Shredder gelangt das Material auf ein Förderband. Dort scheidet ein Überbandmagnet FE-Metalle wie zum Beispiel eiserne Umreifungsbänder oder sonstige FE-Anteile ab. Der übrige Materialstrom gelangt in einen Dosierbunker und steuert von dort aus einen Schwergutabscheider an. Dieser arbeitet nach dem Schwimm-/Sink-Verfahren, das die anhaftenden schweren Stoffe wie Metalle, Mineralik von Sand und Steinchen vom Kunststoff über ein Wasserbad trennt. Aufgrund der höheren Dichte (> 1) sinken diese zu Boden, und der leichtere Kunststoff schwimmt auf. Über den folgenden Friktionsabscheider werden durch Wasser und Zentrifugalkraft in einem sogenannten „Cold-Wash-Prozess“ weiter anhaftende Verschmutzungen gelöst. Jetzt ist das Recyclinggut bereit für eine Nass-Schneidemühle, die die Kunststoffteile nachzerkleinert. Über einen anschließenden Friktionswäscher wird das Material weiter gewaschen und gleichzeitig zum Ende des Trogs befördert, um über die Austrittsöffnung zu einer Zentrifuge zu gelangen. Dieser mechanische Trockner beschleunigt den Trocknungsprozess durch hohe Umfangsgeschwindigkeit des Rotors.

Der weitere Transport erfolgt über ein Rohrsystem als “Lufttransport“, dies bis zu einer zusätzlichen Abscheidung von nicht schwimmenden Teilen. Mit einer mechanischen Trocknung ist das Ende der „Recyclingstraße“ fast erreicht. Jetzt steht die Separierung der Kunststoff-Flakes an. Zum einen können die „harten Teile“ gleich gebunkert werden; zum anderen lässt es die smarte Technologie der Anlage zu, dass die Folienfraktion nach Komprimieren über eine Schneckenpresse und einer thermischen Trocknung direkt als Flakes der Extrusion zugeführt wird. Die Extrusion – ebenfalls von dem deutschen Anlagenbauer in die Gesamtanlage eingeplant und integriert – stellt dann den Sekundärrohstoff für jede Art von Kunststoffteilen zur Verfügung, die keinen Lebensmittelkontakt aufweisen.

Kapazität über zweite Aggregat-Linie verdoppelbar

Sowohl Entstaubungsanlage wie Abwasserbehandlung sollen die Umweltstandards effizient und sicher erfüllt en. gelingt es, Stoffliche Rückstände werden über eine Flotation aufgefangen und das Restwasser in die Kanalisation abgelassen. Da das Recyclingwasser jedoch im Kreislauf als Prozesswasser läuft, wird nur ein Teil in die Kanalisation abgegeben. Nur rund die Hälfte des benötigten Prozesswassers wird durch Frischwasser ergänzt. Gerade die geringe Zufuhr von Frischwasser zeichnet die B+B-Anlage aus. Das Konzept der Anlage, deren gesamten Anlagenprozess B+B Anlagenbau plante, steuerte, produzierte und installierte, ist so ausgelegt, dass die Kapazität über eine zweite Aggregat-Linie zu verdoppeln ist. Über die Wartung – falls gewünscht – und dem After-Sales-Service stellt B+B Anlagenbau zudem sicher, dass immer wieder neue Ideen an Ekokem (ab April: Fortum) herangetragen werden.

Die Fa. B+B Anlagenbau GmbH wird auf der prs Show vom 29. & 30. März 2017 im RAI Amsterdam Amsterdam in Halle 11, Stand B48 ausstellen.

Quelle: Bucher Communications