EU-Parlament: Kreislaufwirtschaftpaket für mehr Recycling und weniger Deponierung

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Poster des EU-Parlaments zur zur Kreislaufwirtschaft (Quelle: EU-Parlament)

Brüssel — Heute stimmen die EU-Abgeordneten über das „Abfallpaket“ ab, das vier Richtlinien umfasst, ab. Zentraler Gegenstand ist dabei die Entsorgung von Abfällen von Haushalten und Kleinunternehmen, die rund 8 Prozent des Gesamtabfallaufkommens in der EU ausmachen. Das „Abfallpaket“ ist ein wichtiger Schritt zur Schaffung einer Kreislaufwirtschaft. Die Hauptaspekte, um die es nun geht, sind die Erhöhung der Recyclingraten, die Begrenzung der Deponierung und die Verringerung von Lebensmittelabfällen.

Die Recyclingraten innerhalb der EU sollen angehoben werden. Dies ist notwendig, um den Umbau der heutigen Linearwirtschaft in eine Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. In einer Kreislaufwirtschaft sind Wiederverwenden, Reparieren und Recycling der Normalfall. Der Lebenszyklus eines Produkts wird verlängert.

Im Jahr 2014 wurden in der EU im Schnitt 44 Prozent der Siedlungsabfälle (von Haushalten und Kleinunternehmen) recycelt oder kompostiert. 28 Prozent der Siedlungsabfälle wurden auf Deponien abgelagert. Deutschland hat 66 Prozent der angefallenen Siedlungsabfälle recycelt oder kompostiert. Der Anteil der deponierten Siedlungsabfälle entsprach null Prozent. In Österreich wurden im gleichen Zeitraum 56 Prozent der Siedlungsabfälle recycelt oder kompostiert und 4 Prozent wurden deponiert.

Mehr Recycling, weniger Verbrennung?

Das Ablagern auf einer Deponie ist die billigste Form der Entsorgung, aber die umweltschädlichste Option und birgt auch potenzielle Gesundheitsrisiken. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Deponierung von Abfällen auf ein Minimum zu begrenzen und bessere Alternativen einzusetzen. Dazu zählt die Müllverbrennung. Noch bessere Optionen sind aber Recycling, Wiederverwendung und Reparieren. Normalerweise gehen niedrigere Deponierungsraten mit höheren Recyclingraten einher.

Obwohl die Verbrennung eine bessere Alternative als die Deponierung darstellt, könnten sehr hohe Verbrennungsraten zu niedrigeren Recyclingraten führen. Manche Länder wie Finnland und Dänemark haben hohe Verbrennungsraten, da sie so Energie erzeugen. Die neuen Vorschriften könnten sich auf diese Praktik auswirken.

Ehrgeizigere Ziele gefordert

Die EU-Kommission hatte ursprünglich eine Zielvorgabe in der Höhe von 65 Prozent für die Vorbereitung zur Wiederverwendung und für das Recycling von Siedlungsabfällen bis 2030 vorgeschlagen. Gleichzeitig solle die Deponierung von Siedlungsabfällen bis 2030 auf 10 Prozent beschränkt werden. Der Umweltausschuss hatte für ehrgeizigere Ziele gestimmt, nämlich für eine Zielvorgabe von 70 Prozent für das Recycling und eine Begrenzung der Deponierung auf 5 Prozent.

Das heutige Plenum stimmt über die Vorschläge ab. Das „Abfallpaket“ umfasst vier unterschiedliche Richtlinien, die sich auf die folgenden Bereiche beziehen: Abfälle, Abfalldeponien, Verpackungen und Verpackungsabfälle sowie Fahrzeuge, Batterien und Elektrogeräte.

Quelle: EU Parlament