NABU: 9 Prozent der deutschen Kommunen immer noch ohne Biotonne

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Biotonne (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Berlin — Zwei Jahre nach Einführung der Getrenntsammlungspflicht für Bioabfälle haben noch immer 35 von 402, also fast neun Prozent der deutschen Kreise und kreisfreien Städten keine Biotonne eingeführt. Das ergaben Recherchen des NABU. Damit ist die verpflichtende Getrenntsammlung von Bioabfall immer noch nicht komplett umgesetzt.

Seit Beginn des Jahres 2015 müssen Städte und Gemeinden die Möglichkeit bieten, Küchen- und Grünabfälle getrennt vom Restmüll zu sammeln. Doch etliche Kommunen hinken hinterher. Das heißt, dass den Bürgerinnen und Bürgern keine Möglichkeit gegeben wird, Bioabfälle getrennt zu entsorgen. Daher werden im Jahr 2017 immer noch weit weniger als die möglichen neun Millionen Tonnen Bio- und Grünabfall in Deutschland getrennt erfasst und verwertet werden.

Neben der lückenhaften Getrenntsammlung ist das zweite Problem die mangelnde Bereitschaft zu trennen. Dort, wo die Getrenntsammlung möglich ist, wird noch zu wenig getrennt. Verbraucherinnen und Verbraucher bzw. Großverbraucher entsorgen noch immer viel zu viele Küchenabfall in der Restmüll- statt in der Bioabfalltonne. Dabei eignen sich gerade Küchenabfälle besonders gut für die Vergärung. Auch die Salzfrachten sind für die stoffliche Verwertung heutzutage kein Problem mehr. Dass zu wenig Küchenabfall in der Biotonnen landet, kann nicht nur den Verbraucherinnen und Verbrauchern angelastet werden: Mancherorts sollen veraltete kommunale Abfallsatzungen sogar dieses Verhalten verstärken.

Der NABU fordert daher die Ausweitung der Getrenntsammlung von Bio- und Grünabfall auf ein deutschlandweit flächendeckendes Ausmaß. Außerdem die Umsetzung der Getrenntsammlung durch ein „Holsystem“, da zusätzliche Bioabfallsammelstationen („Bringsysteme“) für je nach Jahreszeit unterschiedlich viel anfallenden Grünschnitt sinnvolle Ergänzungen seien, die Biotonne aber nicht ersetzen können. Darüber hinaus seien die kommunalen Abfallsatzungen zu aktualisieren und die Abfallberatung zu verbessern und zu vereinfach. Und es müssten die vermeintlich ökonomischen Begründungen für die Verweigerung einer Getrenntsammlung von Bio- und Grünabfall beendet werden. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz und die EU-Abfallrahmenrichtlinie seien ordnungsrechtlich durchzusetzen.

Quelle: NABU