IKB: Gold-, Silber- und Platinrecycling ziehen an

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Edelmetalle (Foto: Kroll/ Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Die globale Goldnachfrage erhöhte sich im Jahr 2016 im Vorjahresvergleich um 2,2 Prozent. Dies ist aber primär auf die investive Nachfrage der ETF’s (Exchange Traded Funds) zurückzuführen. Während die Nachfrage nach Barren und Münzen um 2 Prozent sank, betrug der Nettozufluss der ETF’s 660 t. Die gesamte investive Nachfrage legte um 70 Prozent zu, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Im Jahresverlauf waren sowohl die Schmucknachfrage (-15 Prozent) wie auch die industrielle Nachfrage (-3 Prozent) nach Gold deutlich rückläufig. Angebotsseitig stagnierte die Minenproduktion, während das Goldrecycling um 17 Prozent anzog. Anziehende Zinsen in den USA und bessere Konjunkturerwartungen begrenzen das Anstiegspotenzial. Trotz anhaltender Turbulenzen in den geopolitischen Krisenherden sieht die IKB den Goldpreis bis Jahresmitte weiter um 1.200 US-$ je Unze mit einer Bandbreite von 200 US-$.

Nach ersten Erhebungen ist die gesamte physische Silbernachfrage (-9 Prozent) 2016 deutlich gesunken. Im Gesamtjahr verminderte sich die Münz- und Barrennachfrage (-24 Prozent) kräftig. Gleiches gilt für die Schmuck- und Bestecknachfrage (-11 Prozent). Dagegen legte die investive Nachfrage erheblich zu, was im Gesamtmarkt zu einem Anstieg von 2,8 Prozent gegenüber 2015 führte. Für 2017 wird eine leichte Belebung der physische Nachfrage (u.a. Solarindustrie) gesehen. Das Angebot hat sich 2016 allerdings um über 3 Prozent reduziert. Auch 2017 dürfte die Minenproduktion nochmals sinken. Allerdings wird eine leichte Belebung im Silberrecycling erwartet. Daher folgt ein weiteres Jahr mit Angebotsdefiziten. Wir sehen deshalb für Silber bis Ende des zweiten Quartals 2017 eine Preisbewegung um rund 18 US-$ je Unze mit einem Band von 2,50 US-$.

Für 2017 wird ein Rückgang in der physischen Platinnachfrage (-3 Prozent) erwartet. Dies dürfte vor allem in einer geringeren Schmucknachfrage sowie einem niedrigerem Bedarf der Automobilindustrie für Dieselfahrzeuge begründet sein. Auch ein stärkerer Anstieg der investiven Nachfrage wird dies nicht ausgleichen können. Insgesamt ergibt sich wohl ein kleiner Angebotsüberschuss. Letzteres ist primär in einer stabilen Minenproduktion und einem anziehenden Recycling begründet. Der Platinpreis bewegt sich bis Mitte 2017 um 1.000 US-$ je Unze in einem Band von +/- 150 US-$. Bei Palladium steigt 2017 die physische Nachfrage aus der Automobilindustrie an. Trotz einer stabilen Minenproduktion und steigendem Recycling ergibt sich erneut ein Angebotsdefizit. Bei Palladium ist weiter von einer Bewegung um 800 US-$ je Unze in einem Band von +150 US-$ auszugehen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank