IKB erwartet Angebotsdefizit bei Zink und Marktbalance bei Blei

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Zinkerz (Foto: Initiative Zink)

Düsseldorf — Die Zinkminenproduktion stagnierte im Jahr 2016 (+0,2 Prozent). Die Raffinadeproduktion tendierte trotz eines gestiegenen Recyclings ebenfalls seitwärts (+0,1 Prozent). Die Bleiminenproduktion sank 2016 um 1,3 Prozent. Die Minenschließungen des Vorjahres wirkten sich aus. Da fast 60 Prozent der gesamten Bleiproduktion heute aus Recyclingmaterial kommen, konnte die Raffinadeproduktion dagegen um 2,3 Prozent expandieren, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

2016 erhöhte sich der Verbrauch um 3,6 Prozent auf 13,95 Mio. t Reinzink, was zu einem Angebotsdefizit von 286.000 t führte. Für 2017 erwartet die IKB einen Nachfrageanstieg um gut 2 Prozent auf dann gut 14,3 Mio. t Reinzink. Der Markt dürfte erneut in ein Angebotsdefizit münden, welches bis zu 250.000 t ausmachen könnte. Dies stimuliert den Zinkpreis weiter. Entscheidend ist, ob die neuen Infrastrukturprojekte die Entwicklung der chinesischen Bauindustrie weiter treiben. Die IKB prognostiziert für den Zinkpreis in den nächsten drei Monaten eine Bewegung um eine Marke von 2.800 US-$ pro Tonne mit einer Schwankungsbreite von 400 US-$.

Der Verbrauch von Blei legte etwas geringer zu (2,1 Prozent). Im Gesamtjahr 2017 dürfte sich die Bleinachfrage weiter um gut 1,5 Prozent erholen. Insgesamt geht die IKB davon aus, dass der Markt 2017 weitgehend balanciert sein wird: Angebot und Nachfrage dürften maximal um +20.000 t auseinanderklaffen. Daher sieht die Industriebank für den Bleipreis in den nächsten drei Monaten eine Bewegung um 2.250 US-$ je Tonne mit einer Bandbreite von 300 US-$ je Tonne.

Die Zink-Lagerbestände an der LME reduzierten sich bis Ende Februar 2017 auf 0,38 Mio. t. Der Lagerbestand an der SHFE bewegt sich bei knapp 0,2 Mio. t, derjenige an der Comex bei gut 10.000 t – somit sind die Bestände vernachlässigbar. Die Bestände entsprechen dem Verbrauch von rund zwei Wochen. Insgesamt ist die Versorgung gut. Im Jahr 2016 wies der Markt ein Angebotsdefizit von 286.000 t auf.

Die Bleivorräte an der LME liegen bei 190.000 t, diejenigen an der SHFE (68.000 t) erhöhten sich leicht. Die Bestände an der Comex sind vernachlässigbar (5.400 t). Das absolute Niveau der Bleivorräte entspricht dem Verbrauch von gut acht Tagen. Damit ist die Versorgungssituation bei Blei enger. Allerdings ergab sich im Jahr 2016 ein geringer Angebotsüberschuss von 11.000 t, sodass der Markt gut balanciert war.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank