IKB: Kupfer-Raffinadeproduktion nur um 2,5 Prozent angehoben

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Kupfermine (Foto: © Rainer Gräser / http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Die weltweite Kupferminenproduktion hat bis Ende November 2016 um rund 5 Prozent zugelegt. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen ist trotz der Erweiterung der globalen Kapazitäten leicht gestiegen. Die Raffinadeproduktion konnte dagegen nur um 2,5 Prozent angehoben werden bei gleichfalls leicht höherer Kapazitätsauslastung. Der weltweite Verbrauch nahm dagegen nur um 2 Prozent zu. Die Nachfrageerhöhung in China war der Haupttreiber, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Während die Verbräuche in Amerika und Afrika sanken, war in Europa (+1,5 Prozent) und dem übrigen Asien ein Zuwachs zu verzeichnen. 2016 dürfte es erneut zu einem Defizit in der Raffinadeproduktion von rd. 65.000 Tonnen gekommen sein. Für 2017 sehen wir einen weiteren Verbrauchsanstieg auf gut 24 Mio. Tonnen Kupfer.

Die Kupfervorräte an der LME gaben zuletzt weiter leicht nach. Ende Februar 2017 lagen diese bei rund 203.000 Tonnen. Die Lagerbestände an der SHFE sind zwar geringfügig gesunken, betragen aber noch 290.000 Tonnen. Die Bestände der COMEX steigen leicht an und liegen bei 125.000 Tonnen. Unverändert dient ein Großteil der Volumina der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von 10 Tagen. Eine anziehende Minenproduktion sollte die Versorgungslage verbessern. Aktuell belastet jedoch der unbefristete Streik in der weltgrößten Kupfermine Escondida in Chile. Dadurch könnte ein größerer Preisdruck entstehen. Die Versorgung mit Altkupfer für die Recyclingproduktion dürfte sich aktuell etwas verbessern.

Der Kupferpreis zog im Verlauf des Februar um rd. 200 US-$ je Tonne an. Obwohl die physische Nachfrage stabil war, musste der Markt Rückgänge in der investiven Nachfrage hinnehmen: Die Zahl der Handelskontrakte sank im Februar 2016 um rd. 28 Prozent, überschreitet das Niveau vom Jahresende 2016 allerdings um fast das Doppelte. Für das Jahr 2017 wird trotz einer Nachfragebelebung in Osteuropa und Russland erstmals seit mehreren Jahren wieder ein Angebotsüberschuss der Raffinadeproduktion über die physische Kupfernachfrage erwartet. Allerdings könnte ein noch länger anhaltender Streik in Chile dies noch verhindern bzw. den erwarteten Überschuss erheblich reduzieren. Bis Ende des zweiten Quartals 2017 sehen wir daher ein Preisniveau von 6.000 US-$ je Tonne mit einem Band von 400 US-$ je Tonne um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank