IKB: Altschrotte knapp, Neuschrott-Aufkommen unter den Erwartungen

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Stahlschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Im Durchschnitt des Februar 2017 gaben die Schrottpreise um 15 bis 20 €/t nach. Während zu Monatsbeginn erhebliche Preisabschläge verzeichnet wurden, kam es im Laufe des Monats zu immer geringeren Reduktionen bezogen auf das Preisniveau des Januars. Grund war wieder einmal das Einkaufsverhalten der Türkei. Vor allem waren aber auch die Oxygenstahlproduzenten unverändert am Markt aktiv, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Weiterhin sind Altschrotte knapp, aber auch das Neuschrottaufkommen liegt unter den Erwartungen. Bei Lieferungen in die Nachbarländer kam es ebenso zu Abschlägen auf Inlandsniveau. Die Eisenerz-Spotpreise stützen weiter das Preisniveau. Die IKB sieht im März 2017 höhere Preise (+4 Prozent), die auch im zweiten Quartal anhalten könnten. Voraussetzung ist, dass die türkische Nachfrage nicht durch innenpolitische Turbulenzen einbricht.

Die Weltrohstahlproduktion legte mit einem Zuwachs von 7 Prozent einen starken Jahresstart hin. Dieser erfolgte auf breiter Basis, wobei das Wachstum in Europa (2,4 Prozent) und Nordamerika (4 Prozent) unterdurchschnittlich ausfiel. Die IKB erwartet für 2017 einen Anstieg um rund 3 Prozent. Die Produktion in China dürfte im gleichen Umfang zulegen. Während die Erzeugung in Deutschland eine Tonnage von gut 43 Mio. Tonnen erreichen dürfte, steigt sie in der EU insgesamt an. Grund sind Wiederinbetriebnahmen in Großbritannien. Die Türkei zeigt sich erholt; der Monatszuwachs vom Januar mit fast 13 Prozent wird aber deutlich abschmelzen Die Nachfrage im Inland wird durch die Automobilindustrie und die Bauwirtschaft getragen. Positiv wirken sich auch Einfuhrzölle aus. Massenstahl in Südeuropa leidet allerdings weiter unter Exporten u. a. der Türkei und Russlands.

Die Spotmarktpreise für Eisenerz frei China zogen im Februar 2017 im Monatsmittel um 7,50 US-Dollar an und erreichten das höchste Niveau seit Mitte 2014. Die unverändert sehr gute Erzversorgung begrenzt aber weiter stärkere Preisanhebungen. Dagegen kam es bei den Kokskohlenotierungen zu einem Rückgang von rund 24 US-Dollar je Tonne. Die Weltrohstahlpreise zogen im Februar 2017 weiter an. Innerhalb Europas war bei Warmbreitband ein Anstieg von knapp 2 Prozent gegenüber dem Januardurchschnitt festzustellen. Verzinkte Bleche haben sich aufgrund der kräftig angezogenen Zinkpreise wesentlich stärker verteuert, und zwar um 4,3 Prozent. Für Walzdraht war ein Preisanstieg von ebenfalls 2 Prozent zu beobachten. Bei den europäischen Stahlpreisen erwartet die IKB in den nächsten drei Monaten eine leichte Erhöhung (maximal +5 Prozent), die auch die Langprodukte erfassen sollte.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank