Österreich: Warnung vor illegalen Sammlungen von Elektroaltgeräten

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Quelle: Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH

Wien, Östterreich — EU-weit soll künftig laut einem neuen Strategiepapier der EU-Kommission der Abbau und Handel mit sogenannten Konfliktmineralien- also Mineralien und Erzen wie Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold – gebremst werden. Dazu Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der österreichischen Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle: „Der wichtigste Schritt dazu ist, dass KonsumentInnen diese Geräte zum Beispiel im Zuge des traditionellen Frühjahrsputzes keinesfalls über den Restmüll entsorgen oder illegalen Sammlern übergeben, sondern zu den kommunalen Sammelstellen bringen.“ Wer Elektroaltgeräte an illegale Sammler übergibt, muss damit rechnen, dass die Geräte ohne Beachtung von Umwelt- und Sozialstandards ohne ausreichend Kontrolle in Entwicklungsländern aufgeschlossen werden.

Österreich hat eines der dichtesten Netze an kommunalen Sammelstellen in Europa. Diese Tatsache hat auch wesentlichen Anteil daran, dass die österreichischen Sammelmassen in den vergangenen neun Jahren im europäischen Spitzenfeld lagen. Auch für 2013 wird nach Ende der Meldefrist im April mit einer Sammelmasse von rund neun Kilogramm pro Einwohner gerechnet. Bei den Elektro-Kleingeräten ist erfreulicherweise nach wie vor ein Anstieg der Sammelmasse um fünf Prozent zu verzeichnen. Auch bei den Lampen war eine deutliche Tendenz nach oben – und zwar um zehn Prozent – zu erkennen. Die Masse der gesammelten Batterien stieg im Vorjahr um ein Prozent an.

Elisabeth Giehser: „Laut neuer WEEE-Richtlinie werden die geforderten Sammelmengen bis 2019 deutlich angehoben, das heißt, dass auch wir uns nicht auf unseren guten Sammelzahlen ausruhen können.“ Da außerdem die Sammelmasse der Elektro-Großgeräte im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang aufweist, sind Maßnahmen dringend notwendig, um die EU-Sammelziele auch künftig zu erreichen. Erste Maßnahme wäre, dass dafür Sorge getragen werden muss, dass alle Verpflichteten sämtliche Sammelmassen tatsächlich ins EDM-Register melden.

Neben der gesetzeskonformen Sammlung boomt allerdings auch das illegale Geschäft mit den wertvollen Elektroaltgeräten. Sammelbrigaden aus dem Ausland verbringen Altgeräte ohne Genehmigung vornehmlich in östliche bzw. südliche Länder. „Der österreichischen Volkswirtschaft entsteht dadurch jährlich ein beträchtlicher Schaden“, erläutert Elisabeth Giehser. „Darüber hinaus haben diese illegalen Sammelbrigaden natürlich kein Interesse an einer umweltgerechten Entsorgung der gefährlichen Inhaltsstoffe, denen geht es schlicht ums schnelle Geld.“ Aus diesem Grund sollten sich KonsumentInnen auch keinesfalls überreden lassen, ihre alten Geräte beispielsweise unmittelbar vor einer Sammelstelle an illegale Sammler zu „spenden“ oder einfach vor der Haustür zu platzieren.

Quelle: OTS / Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH