DGAW informierte und diskutierte über die Behandlung von Klärschlämmen

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Rund 80 Teilnehmer zählte die DGAW-Veranstaltung zur „Klärschlammbehandlung“ (Foto: DGAW)

Berlin — Eine Regionalveranstaltung zum Thema „Klärschlammbehandlung“ hat die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) in Kooperation mit den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) organisiert. Auf rund 80 Teilnehmer warteten ein interessantes Programm und anregende Diskussionen. Durch die Veranstaltung führte Präsidiums-Mitglied Prof. Martin Faulstich.

SWM-Geschäftsführer Helmut Herdt zählte die Vorteile von jahrzehntelang etablierten Standorten auf und zeigte, dass sie auf die denkbaren politischen Rahmenbedingungen gut vorbereitet sind. Anschließend erläuterte Dr. Claus-Gerhard Bergs vom Bundesumweltministerium den Stand der Novellierung der Klärschlammverordnung. Im März ist deren Verabschiedung im Bundestag und im Mai im Bundesrat geplant. Große Veränderungen seien nicht mehr zu erwarten, Anträge auf Reduktion der Ausbaugröße und der Übergangsfristen würden wohl von einigen Ländern eingebracht. Die endgültige Verabschiedung vor der Sommerpause sei daher realistisch.

Dr. Christian Kabbe, Vorstand der Deutschen Phosphor Plattform stellte mehrere vielversprechende Phosphat-Recycling-Verfahren vor. Welche dieser Verfahren sich durchsetzen würde, ließe sich derzeit kaum voraussagen.

Die Ingenieurunternehmen Born + Ermel, vertreten durch Ralf Wittstock, und TBF Planer und Ingenieure, vertreten durch Dr. Hans-Dieter Huber, erläuterten die komplexen Planungsprozesse anhand konkreter Beispiele und legten dar, dass die Realisierung von Anlagen zur thermischen Klärschlammbehandlung – von der ersten Ideenskizze bis zur Inbetriebnahme – bisweilen zehn Jahre benötige. Wenn in den nächsten Jahren zwanzig neue Anlagen gebaut werden sollten, könnte es durchaus zu Engpässen in Planung und Anlagenbau kommen.

Abschließend stellten sich die Referenten einer Podiumsdiskussion mit Politikern aus Sachsen-Anhalt: Lydia Funke (AfD), Andreas Höppner (Linke) und Dr. Thoralf Schleitz (SPD). Im Grundsatz waren sich alle einig: Die landwirtschaftliche Verwertung für kleine Kläranlagen soll beibehalten werden, der Ausstieg für große Anlagen wird als richtig angesehen. Übergangsfristen von 12 bis 15 Jahren werden als sinnvoll erachtet. Partizipation ist bereits in der Planungsphase erforderlich.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. (DGAW)