ForCycle-Projekt: Bau- und Keramikschutt zu Sekundärrohstoffen für den Hochbau

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Bauschutt (Foto: Kroll/Recyclingportal)

Nürnberg/ Pfinztal/ Bayreuth — Baurohstoffe, vor allem Bauschutt, stellen einen der größten Abfallströme in Bayern dar. Vom Bauschutt, der sich hauptsächlich aus Ziegel, Beton und Mörtel zusammensetzt, werden gegenwärtig zwar 65 Prozent recycelt, doch nur knapp 5 Prozent davon gelangen in den Hochbau. In einem ForCycle-Projekt wurden nun Aufbereitungsverfahren für Bau- und Keramikschutt entwickelt, um hochwertige Sekundärrohstoffe mit definierten Eigenschaften zu gewinnen.

Mit den neuen Aufbereitungsverfahren lassen sich aus Mauerwerksbruch, Kalksandsteinbruch, Porenbetonbruch und Betonbruch recycelte Wertstoffe herstellen, aus denen preislich und qualitativ konkurrenzfähige Produkte hergestellt werden können. Die gewonnenen Agglomerate sind verwendbar als Hochbauanwendungen mit poröser Struktur, beispielsweise als Zuschlagstoffe für Leichtbeton, Materialien zur Wärmedämmung, für den Schallschutz oder auch als Trägermaterial für Pflanzennährstoffe. Hochwertige Granulate können als leichte Gesteinskörnung mit geringem Eigengewicht sowie mit wärme- und/oder schalldämmenden Eigenschaften im Betonbau Anwendung finden.

Darüber hinaus wurde ein neuer Keramikrohstoff mit sehr hohem Anteil an sekundären Rohstoffen aus aufbereitetem Schlicker entwickelt. Dieser Schlicker besteht aus Pressgranulatabfall, Rohscherbenbruch, fehlerhafte ungebrannten Keramikprodukten, Keramikbruch sowie Sekundärmaterial aus der Sprühgranulation und Mauerziegelbruch. Keramikherstellung.

In Rücksprache mit fränkischen Recyclingfirmen wurde weiterhin ein Messsystem zur Analyse von Sulfat aufgebaut und typische Baustoffe auf diesen, im Recycling hinderlichen Schadstoff hin geprüft. Ferner wurden Möglichkeiten zur Verringerung des Sulfats im Recycling eruiert.

Durch das Projekt sollten neue Wege für das Recycling von Abfällen aus der Keramik‐ und Baustoffindustrie gefunden werden. In der Bauindustrie wird bisher nur ein geringer Teil der mineralischen Bestandteile einem Recycling zugeführt. Gleichzeitig ist es der Industriezweig mit dem höchsten Abfallaufkommen in Bayern. Ziel des Projektes war es deshalb, bisher nicht betrachtete Bauabfälle einem Recycling zuzuführen.

Der Abschlussbericht des Projekts zur „Produktgestaltung mit Sekundärrohstoffen in der Baustoff‐ und Keramikindustrie – BauKera“ steht unter forcycle.de zur Verfügung.

Quelle: Technische Hochschule Nürnberg, Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT), Porzellanfabrik Walküre GmbH & Co. KG