DEPV: Verhaltene Marktentwicklung für Holzpellets 2016

652
Holzpellets (Foto: Deutsches Pelletinstitut GmbH (DEPI))

Berlin — Die Pelletbranche blickt auf ein turbulentes Jahr 2016 zurück, das hinter den Erwartungen zurückblieb. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e. V. (DEPV) bilanziert wie schon im Vorjahr, dass der niedrige Ölpreis den Heizungstausch und somit auch den Zubau von Pelletfeuerungen im Jahr 2016 gebremst hat. Trotz guter Förderbedingungen und dem Aufbruchssignal des Pariser Klimaschutzabkommens wurden nur rund 16.000 Öfen und 15.400 Kessel neu installiert.

Umstrukturierungen bei Pelletwerken führten dazu, dass mit 1,95 Mio. Tonnen in Deutschland weniger Pellets als prognostiziert hergestellt wurden. DEPV-Vorsitzender Andreas Lingner sieht die Branche für 2017 dennoch gut aufgestellt: Die moderne Holzenergie steht Verbrauchern und Politik als klimafreundliche, wirtschaftliche und zukunftssichere Option für die Wärmewende zur Verfügung.

Holzpelletproduktion 2016 (Grafik: Deutsches Pelletinstitut GmbH)

Die Pelletproduktion in Deutschland entwickelte sich 2016 nicht wie geplant. Grund sind neben dem schwachen Zubau an Feuerungen auch der warme Winter 2015/2016 sowie der kurzzeitige Produktionsstopp der ehemaligen German-Pellets-Werke, bevor sie von neuen Eigentümern übernommen wurden. 1,95 Mio. Tonnen Pellets wurden im vergangenen Jahr in Deutschland hergestellt, was einen leichten Rückgang zur Produktion von 2015 (2 Mio. t) bedeutet. Der Verbrauch belief sich 2016 bundesweit auf 2 Mio. Tonnen. „Die Rohstoffsituation in Deutschland ist weiterhin hervorragend. Auch wegen der wetterbedingten Nachfrage rechnen wir für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Pelletproduktion auf 2,3 Mio. Tonnen“, erklärt DEPV-Vorsitzender Andreas Lingner.

Immer mehr Energiehändler in Deutschland legen Wert auf die Professionalität bei der Anlieferung und Logistik von Holzpellets. Die hierfür maßgebliche ENplus-Zertifizierung stellt hohe Anforderungen an den Pellethandel. 2016 haben 16 neue Händler das Zertifikat beantragt. Damit sind nun bundesweit 110 Pellethändler zertifiziert, was einem Anteil von mehr als 60 Prozent der gehandelten Pellets entspricht. Bei der Produktion nutzen mit mehr als 98 Prozent der hergestellten Holzpresslinge nahezu alle Werke das ENplus-Zeichen.

Die Preisentwicklung von Pellets war auch im Jahr 2016 durch Kontinuität und Stabilität gekennzeichnet. Im Jahresdurchschnitt zahlten Heizungsbetreiber für eine Tonne Pellets 230,84 EUR, was 4,62 Ct/kWh entspricht. Das waren 4,4 Prozent weniger als 2015. Heizöl war 2016 im Schnitt mit 4,94 Ct/kWh 6,9 Prozent teurer als die Holzpresslinge, Gas mit durchschnittlich 6,37 Ct/kWh sogar 37,9 Prozent teurer. Holzpellets waren zuletzt 2010 so günstig wie im vergangenen Jahr.

Quelle: Deutsches Pelletinstitut GmbH