Abwasserverordnung: VKU begrüßt Entpflichtung von Phosphorrückgewinnung

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Verband kommunaler Unternehmen
Quelle: Verband kommunaler Unternehmen

Berlin — Das Bundeskabinett hat gestern einer Veränderung der Abwasserverordnung zugestimmt. Die Verordnung enthält nun die Vorgabe, dass kommunale Abwasseranlagen so errichtet und betrieben werden, dass eine energieeffiziente Betriebsweise ermöglicht wird. Eine weitere Steigerung der Energieeffizienz und damit die Reduktion der Energiekosten sind zwar aus Sicht der kommunalen Wasser-/Abwasserwirtschaft anstrebenswert. Die Nutzung von Energiepotenzialen sollte jedoch nur erfolgen, solange dies im Einzelfall wirtschaftlich vertretbar ist.

„Wir begrüßen, dass das Bundeskabinett dies heute so aufgegriffen hat“, so Michael Beckereit, Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Die kommunalen Wasserver- und Abwasserentsorger investieren bereits seit vielen Jahren in die Energieeffizienz: Über 90 Prozent der kommunalen Wasserwirtschaft hält die energetische Optimierung ihrer wasserwirtschaftlichen Anlagen für wichtig oder sehr wichtig und vor dem Hintergrund, dass Wasserver- und Abwasserentsorgung ein bis zwei Prozent des Gesamtstromverbrauchs unserer Städte ausmachen, auch für lohnend. „Die Ausschöpfung der energetischen Potenziale ist ein wichtiges Ziel der kommunalen Wasserwirtschaft. Hierfür muss jedoch auch zukünftig der Rahmen im Erneuerbaren-Energien-Gesetz stimmen“, betont Michael Beckereit.

Der VKU befürwortet ausdrücklich, dass die Bundesregierung die ursprünglich vorgesehene gesetzliche Verpflichtung zur Phosphorrückgewinnung aus Abwasser in der Verordnung gestrichen hat. Beckereit: „Für die Phosphorrückgewinnung gibt es derzeit keine wirtschaftlich einsetzbaren Techniken. Somit würde eine solche Verpflichtung zu einer Steigerung der Kosten für die Abwasserentsorgung und damit der Entgelte für den Verbraucher führen.“ Notwendig ist zunächst eine öffentliche Förderung zur Erforschung, Entwicklung und zu Beginn auch zum Betrieb von Verfahren zur Phosphorrückgewinnung. Außerdem darf die bereits angekündigte Klärschlammverordnung die Pflicht zur Phosphorrückgewinnung nicht wieder auf das Tablett heben.

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen (VKU)