Brandenburg 2015: Siedlungsabfall-Aufkommen annähernd gleichgeblieben

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High-Tech-Deponie (Foto: Fay, Burkardroth (Kommunalunternehmen Lk Bad Kissingen) / abfallbild.de)

Potsdam — 2015 lag in Brandenburg das Gesamtaufkommen der überlassenen Abfälle bei rund einer Million Tonnen bzw. spezifisch bei 414 Kilogramm je Einwohner und Jahr (kg/E). Gegenüber dem Vorjahr ergab sich eine geringe Erhöhung um rund 8.000 Tonnen; das spezifische Aufkommen blieb nahezu konstant (2014: 413 kg/E). Auch in vielen Entsorgungsgebieten der öffentlich-rechtlichen Entsorger lag das Gesamtaufkommen auf dem Niveau des Vorjahres bzw. schwankte nur um wenige Megagramm. Diese Zahlen weisen die neuesten „Daten und Informationen zur Abfallwirtschaft 2016 mit Siedlungsabfallbilanz und Bilanz gefährliche Abfälle 2015“ des Landes Brandenburg aus.

Die Entwicklung des Abfallaufkommens stellt sich in den Hauptgruppen, wie im vergangenen Jahr, unterschiedlich dar. Das Aufkommen an festen Siedlungsabfällen ist im Jahr 2015 von rund 530.000 auf 540.000 Tonnen und das der sonstigen Abfälle von 30.000 auf 38.000 Tonnen gestiegen, das der Bauabfälle dagegen von 102.000 auf 90.000 Tonnen zurückgegangen. Die Menge der getrennt erfassten Wertstoffe erhöhte sich um 1 Prozent auf rund 302.000 Tonne. Innerhalb der Gruppe der festen Siedlungsabfälle gibt es nur unwesentliche Mengenschwankungen. Lediglich das Aufkommen an Sperrmüll aus Haushaltungen erhöhte sich nennenswert um rund 5.000 Tonnen.

Bei der Gruppe der Wertstoffe gab es gegenüber dem Vorjahr insgesamt einen Anstieg von rund 4.000 Tonnen. Während die erfassten Mengen an Papier und Pappen sanken, stieg durch die intensive Grünabfallsammlung das Aufkommen an kompostierbaren Garten- und Parkabfällen weiter an. Die insgesamt getrennt gesammelte Bioabfallmenge erhöhte sich von 55 auf 58 kg je Einwohner.

In den vergangenen Jahren verstärkten die öffentlich-rechtlichen Entsorger ihre Aktivitäten zur intensiveren Getrenntsammlung von Wertstoffen (z. B. für Textilien und Metalle), indem vor allem zusätzliche Sammelsysteme eingerichtet wurden. So konnte die Menge an getrennt gesammelten Metallen insgesamt um rund 300 Tonnen und an getrennt gesammelten Textilien um rund 100 Tonnen gesteigert werden.

Eine große Menge der überlassenen Abfälle wurde direkt verschiedenen Verwertungsanlagen zum Recycling, zur Kompostierung oder zur energetischen Verwertung zugeführt. Nur noch ein geringer Teil wurde direkt deponiert bzw. als Deponiebaustoff verwendet. 474.000 Tonnen aller überlassenen Abfälle wurden einer mechanisch-biologischen bzw. mechanischen Restabfallbehandlung unterzogen – rund 8.000 Tonnen weniger als noch im Vorjahr. Durch die Vorbehandlung konnten insbesondere Ersatzbrennstoffe hergestellt, Metalle für eine stoffliche Verwertung abgetrennt bzw. die nicht verwertbaren Reste für die anschließende Deponierung inertisiert werden. Insgesamt wurden rund 71 Prozent aller überlassenen Abfälle einer Verwertung zugeführt. Der Rest wurde deponiert, thermisch behandelt oder gemeinwohlverträglich beseitigt.

Das Brandenburger Gesamtaufkommen an gefährlichen Abfällen schwankte in den letzten Jahren erheblich. Nach leichtem Rückgang in den Vorjahren, erhöhte sich im Jahr 2015 das Ge- samtaufkommen wieder. Der Mittelwert des jährlichen Brandenburger Gesamtaufkommens gefährlicher Abfälle betrug in den letzten 10 Jahren rund 896.000 Tonnen. Im Land Brandenburg fielen im Jahr 2015 insgesamt 966.000 Tonnen gefährlicher Abfälle an;, davon wurden 360.000 Tonnen verwertet. Die Verwertungsquote sank gegenüber dem Vorjahr von 39 auf 37 Prozent.

Der vollständige Bericht kann unter mlul.brandenburg.de heruntergeladen werden.

Quelle: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg