ASA legt Positionspapier zur Hochwertigkeit der Bioabfall-Verwertung vor

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Ennigerloh — Gerade in jüngster Zeit wird – auch auf Grundlage der Novellierungen verschiedener abfallrechtlicher Rahmenbedingungen – immer wieder eine Hochwertigkeit der Verwertung von Abfällen gefordert, ohne dass diese bislang konkretisiert bzw. eindeutig definiert wurde. Der Fachbereich Vergärungssysteme der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e. V. (ASA) möchte mit einem jetzt vorgelegten Positionspapier konkrete Vorschläge zur Definition dieses Begriffes machen und in die fachliche Diskussion einbringen.

 I. Getrennte Erfassung von Bioabfällen

Ein hochwertiges Recycling ist nur durch die Bereitstellung von möglichst „sortenrein“ erfassten Stoffströmen möglich. Dieses bedingt auch die Einbeziehung der Abfallerzeuger und/oder –besitzer, die regelmäßig durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit über den Nutzen der Bioabfallverwertung zu informieren sind. Gleichzeitig kann eine getrennte Erfassung der Bioabfälle die Aufbereitung der verbleibenden Restabfälle verbessern, da diese durch resultierende niedrigere Wassergehalte einer mechanischen Aufbereitung besser zugänglich sind. Das Umweltbundesamt empfiehlt u. a. ein flächendeckendes Angebot für die Getrennterfassung von Küchen- und Gartenabfällen mit einem Anschluss- und Benutzungszwang für die Biogutsammlung.

II. Qualitäten der Bioabfälle und der erzeugten Komposte

Bereits bei der Bioabfallerfassung ist unter Ausschöpfung aller möglichen Maßnahmen da- rauf hinzuwirken, dass die Bioabfallqualitäten der späteren stofflichen Verwertung nicht zu- wider laufen. So ist z. B. der Anteil an Störstoffen (Kunststoff, Glas, Steine etc.) in den ge- trennt erfassten Bioabfällen auch durch unterstützende Öffentlichkeitsarbeit möglichst gering zu halten. Nur so sind Komposte zu produzieren, die den Qualitätsanforderungen auch langfristig entsprechen und somit ein Produkt darstellen, welches aus bei sich verschärfenden rechtlichen Rahmenbedingungen schadlos verwertet werden kann.

III. Behandlungsverfahren – Kaskadennutzung der Bioabfälle

Da die Bioabfallvergärung eine echte Kaskadennutzung im Sinne des KrWG darstellt, sollte sie, wo immer wirtschaftlich und technisch umsetzbar, als Behandlungsverfahren eingesetzt werden. Um zusätzlich zur stofflichen gleichzeitig eine energetische Verwertung zu ermögli- chen, strebt auch das Umweltbundesamt eine Erhöhung des Anteils der Vergärung mit Bio- gasverwertung an.

IV. Verwertungswege

Die Verwertung der produzierten Komposte muss schadlos erfolgen, was durch eine ent- sprechende Qualitätssicherung und den Einsatz nach den vorhandenen rechtlichen Rege- lungen (BioabfallV, DüngeV) gewährleistet sein kann. Bezüglich dieser rechtlichen Vorgaben ist – vor allem vor dem Hintergrund der derzeit anstehenden Novellierungen – Augenmaß und entsprechende Sachkenntnis gefordert. Für den Stickstoffgehalt von Komposten ist z. B. zu berücksichtigen, dass dieser überwiegend – anders als bei Güllen oder Biogasgüllen – organisch gebunden ist, und somit nicht direkt vollständig für das Pflanzenwachstum zur Ver- fügung steht.

V. Bedeutung für den Klima- und Ressourcenschutz

Voraussetzung für den ökologischen Vorteil der Bioabfallverwertung ist eine Behandlung der Bioabfälle nach dem Stand der Technik und deren Zuführung zu einer möglichst hochwerti- gen Verwertung5. Entscheidend ist dabei ein emissionsarmer Betrieb der Behandlungsanla- gen und eine effiziente Nutzung des Energieinhaltes der Biomasse, die durch die techni- schen Ausführung der Anlage und eine optimale Ausbringung der Komposte bzw. Gärrück- stände zu erreichen sind.

Zielstellung von UBA und KrWG stringent umsetzen

Neben den genannten Punkten sehen die Mitglieder des Fachbereiches Vergärungssysteme der ASA eine stringente Umsetzung der Zielstellung des Umweltbundesamtes und der Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes als zwingend erforderlich an. Dabei ist der Begriff der „Hochwertigkeit“ so zu definieren, dass Abfallerzeuger und –besitzer in die Lage versetzt werden, eine angestrebte Verwertungsmaßnahme eindeutig einzustufen. Nur so kann auch die aus der Erhöhung der Rohstoff- und Energieeffizienz resultierende nachhaltige Energieversorgung auf vollständiger Basis erneuerbarer Energien realisiert werden. Der Fachbereich Vergärungssysteme begrüßt in diesem Zusammenhang auch die aktuellen Aktivitäten des UBA zur Ermittlung von Kriterien für eine hochwertige Verwertung und ist darüber hinaus gerne bereit sich intensiv in die fachliche Diskussion rund um die Bioabfallverwertung und dessen Hochwertigkeit einzubringen.

Das vollständige Thesenpapier kann unter asa-ev.de heruntergeladen werden.

Quelle: ASA – Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung e. V.