Papierfabriken-Projekt: Ressourcen-Nutzung durch Synergien verbessern

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Papier-Streichmaschine (Verband Deutscher Papierfabriken e. V.)

Augsburg — Durch effiziente und klimaschonende Ressourcennutzung ist eine höhere lokale oder regionale Wertschöpfung von Papierfabrikstandorten möglich. Das soll ein neues Forschungsprojekt zeigen, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz gefördert wird.

Dazu ist geplant, Stoffe, Prozess-Know-how, Produkte und Partner mit Synergiepotenzial zu identifizieren und zusammenzuführen. Dem dient eine Analyse am Beispiel typischer Produktionsstandorte der bayerischen Papierindustrie. Die Realisierung des Vorhabens wurde im Rahmen des aktuellen Umweltpaktes Bayern zwischen dem Umweltministerium und den Projektbeteiligten vereinbart.

Die branchenspezifischen Produktionsprozesse der Papierindustrie und die etablierten Recyclingkreisläufe für Papierprodukte nutzen Rohstoffe bereits heute hocheffizient. Sie bieten insoweit nur noch begrenzte Ausbaumöglichkeiten. Jedoch könnten Koppelprodukte und Produktionsrückstände sowie bisher nicht vollständig genutzte Energieströme verstärkt für anderweitige Produktionsprozesse genutzt werden. Auch die Infrastruktur von Papierfabriken bietet Ansatzpunkte, regionale Rohstoff- und Reststoffströme noch effizienter zu vernetzen.

Im Projekt erfolgt zunächst die Auswertung vorhandener Erfahrungen und publizierter Ergebnisse. Dann wird eine Analyse der Ausgangssituation in bayerischen Papierfabriken und Papier verarbeitenden Unternehmen durchgeführt, unterstützt durch eine Unternehmensbefragung. Schließlich werden mit Hilfe von Workshops und Interviews weitere Branchen und auch Standortkommunen einbezogen, um mögliche Ansätze zur Kooperation und Vernetzung zu identifizieren. Dabei sollen keine theoretischen Ideal-Vorstellungen, sondern konkrete Standortsituationen betrachtet werden. Für einige ausgewählte Standorte von Papierfabriken wird eine Umfeldanalyse vorgenommen und mögliche Partnerunternehmen sowie kommunale Einrichtungen im lokalen Umfeld identifiziert.

Aus den so erzielten Ergebnissen sollen Handlungsoptionen für die bayerische Papierindustrie und potentielle Partnerbranchen abgeleitet werden. Zum Projektende wird der Öffentlichkeit eine übertragbare Analyse von Potenzialen für Produktionsstandorte der bayerischen Papierindustrie und mögliche Vernetzungspartner vorgestellt.

Projektpartner sind die bifa Umweltinstitut GmbH (bifa), der Verband Bayerischer Papierfabriken e.V. (VBP), der Verband der Bayerischen Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie e.V. (VBPV) und die Papiertechnische Stiftung (PTS). Die Projektleitung liegt bei bifa.

Das Projekt wird Ende 2018 abgeschlossen sein.

Quelle: bifa Umweltinstitut GmbH