Thüringen: Große regionale Unterschiede beim Einsatz der Biotonne

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Biotonne (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Erfurt — Im Jahr 2015 wurden in Thüringen im Rahmen der öffentlichen Müllabfuhr insgesamt rund 203.000 Tonnen organische Abfälle getrennt gesammelt. Davon stammen knapp 68 .000 Tonnen aus der Sammlung über die Biotonnen und 135.000 Tonnen sind biologisch abbaubare Abfälle (aus Garten- und Parkabfällen).

Laut Kreislaufwirtschaftsgesetz sind überlassungspflichtige Bioabfälle spätestens ab dem 1. Januar 2015 getrennt zu sammeln. Das betrifft Bioabfälle, die von den Einwohnern nicht selbst kompostiert werden. Fast alle kreisfreien Städte und Landkreise in Thüringen haben eine Biotonne bzw. anderweitige Möglichkeiten (Abgabe bei Sammelplätzen; Grünabfallsammlung) eingerichtet, um organische Abfälle zu entsorgen. Mit 203.000 Tonnen war die Menge der getrennt gesammelten organischen Abfälle im Jahr 2015 etwas geringer als im Jahr 2014 (- 2,9 Prozent).

Die Menge der davon über die Biotonne erfassten Abfälle hat sich in den letzten Jahren in den kreisfreien Städten und Landkreisen unterschiedlich entwickelt. Im Jahr 2015 wurden in Thüringen 67.700 Tonnen Bioabfälle über die Biotonnen gesammelt. Das sind 3,3 Prozent weniger als im Jahr 2014 und 7,1 Prozent mehr als vor 10 Jahren (2005: 63.200 Tonnen). Eine Zunahme der Mengen seit 2005 zeigte sich vor allem in den kreisfreien Städten Erfurt, Jena und Weimar und im Kyffhäuserkreis.

Beim Anteil der über die Biotonnen gesammelten Abfälle an den erfassten organischen Abfällen insgesamt gibt es in Thüringen ebenfalls eine sehr große Schwankungsbreite. Während in einigen Landkreisen die Biotonne überhaupt nicht eingesetzt wird, wurden im Kyffhäuserkreis über 90 Prozent der erfassten organischen Abfälle im Jahr 2015 über die Biotonne eingesammelt.

Bei den biologisch abbaubaren Garten- und Parkabfällen lag die in Thüringen im Jahr 2015 erfasste Menge mit 135.000 Tonnen um 2,7 Prozent niedriger als im Jahr zuvor. Vor 10 Jahren war die Menge mit 81.000 Tonnen jedoch noch deutlich geringer als im Jahr 2015 (+ 66,5 Prozent).

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik