DUH: Ikea missachtet gesetzliche Rücknahmepflicht für alte Elektrogeräte

1158
Lampen-Rücknahme (Quelle: Lightcycle)

Berlin — Ikea verstößt massiv gegen die im Elektrogesetz festgeschriebene Rücknahmeverpflichtung von alten Elektrogeräten. Das ist das Ergebnis von Testbesuchen der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Der schwedische Einrichtungskonzern verweigerte dabei rechtswidrig die Rücknahme von Elektrokleingeräten wie beispielsweise Energiesparlampen und informierte zudem nicht korrekt über die eigenen Rücknahmepflichten.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) verpflichtet Unternehmen ab einer gewissen Größe zur kostenfreien Rücknahme von Elektroaltgeräten und zur Information der Verbraucher über die Rückgabemöglichkeiten. Weil Ikea sich weigerte, gegenüber der DUH eine Erklärung abzugeben, zukünftig die festgestellten Verstöße abzustellen, reichte der Umwelt- und Verbraucherschutzverband nun Klage beim Landgericht Frankfurt am Main ein.

Ein Fall von Greenwashing

„Wir erleben einen typischen Fall von Greenwashing: Auf seinen Internetseiten bewirbt Ikea seinen vollen Einsatz für eine nachhaltigere Zukunft. Das passt jedoch nicht mit den festgestellten Verstößen gegen die gesetzliche Pflicht zur Rücknahme alter Elektrogeräte zusammen. Zudem weigert sich der Konzern, seinen Rechtsverstoß zuzugeben und eine Wiederholung für die Zukunft auszuschließen. Es kann nicht sein, dass Ikea sich Wettbewerbsvorteile zu Lasten der Umwelt und Verbraucher verschaffen will. Dagegen gehen wir nun gerichtlich vor“, betont DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Zudem – so Resch – müssten die Behörden endlich ihrer gesetzlichen Kontrollpflicht nachkommen und die korrekte Umsetzung des ElektroG gewährleisten. „Wie kann es sein, dass die für den Vollzug von Gesetzen verantwortlichen Landesbehörden ausgerechnet bei Ikea, der größten Haushaltsmöbelmarke der Welt, schwerwiegende Verstöße gegen Umwelt- und Verbraucherrecht übersehen?“

Über Rückgabemöglichkeiten informieren

„Händler sind gesetzlich dazu verpflichtet Verbraucher über Rückgabemöglichkeiten zu informieren – was Ikea jedoch nicht macht. Unsere Testbesuche ergaben Verstöße gegen die Informationspflichten nach dem Elektrogesetz. Durch die schlechte Informationspraxis wissen viele Kunden noch nicht einmal, dass sie überhaupt alte Elektrogeräte zurückgeben können“, kritisiert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Die DUH fordert Ikea auf, Kunden korrekt zu informieren und zudem vor Ort durch gut erkennbare Hinweistafeln aufzuklären. Im Internetauftritt und dem Produktkatalog sollte Ikea über die Rückgabemöglichkeiten direkt bei der Produktdarstellung informieren.

Ein Informationsblatt über die Rechte von Verbrauchern bei der Rückgabe von alten Elektro- und Elektronikgeräten kann unter duh.de(1), ein Informationsblatt über die Pflichten der Händler bei der Rücknahme von alten Elektro- und Elektronikgeräten unter duh.de(2) heruntergeladen werden.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH)