European Bioplastics: ENVI Komitee sichert Recyclingpotenzial von Biokunststoffen

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EU Parlament (Foto: PIRO4D / Pixabay)

Berlin — “Die Änderungen in der EU-Abfallrahmenrichtlinie stellen sicher, dass das Potential von Bioabfall als wertvoller Rohstoff durch organisches Recycling erschlossen werden kann. Zugleich wird der Markt für sekundäre Ressourcen und Produkte in Europa erheblich gestärkt”, kommentiert François de Bie die gestrige Abstimmung des Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (ENVI Komitee). Als Vorstandsvorsitzender von European Bioplastics (EUBP), dem Verband der Biokunststoffindustrie in Europa, gratuliert er dem Umweltausschuss und der Berichterstatterin Simona Bonafé zu ihrem Engagement und den Ergebnissen.

Das positive Votum der Abgeordneten führt zu Änderungen der EU-Abfallrahmenrichtlinie, die nach Ansicht des EUBP eine getrennte Sammlung von Bioabfall in ganz Europa fördern und mit Hilfe von Maßnahmen wie zertifiziert kompostierbaren Bioabfallbeuteln gewährleisten soll.

Im Einklang mit seinem ehrgeizigen Ziel Europas Ressourceneffizienz zu fördern, habe das Parlament weiterhin beschlossen, mechanisch oder organisch recyclingfähige Abfälle von der Entsorgung in Deponien auszuschließen und industrielle Nebenerzeugnisse nicht als Abfall zu deklarieren. Zudem hättenen sich die Abgeordneten des Umweltausschusses auf eine Definition von Lebensmittelabfällen sowie eine Abfallhierarchie für die Vermeidung von Lebensmittelabfällen geeinigt.

Die Änderung in der Verpackungs- und Verpackungsabfallrichtlinie zur Förderung des Einsatzes von biobasierten Ressourcen bei der Herstellung von Verpackungen sind nach EUBP-Einschätzung ein wichtiger und notwendiger Meilenstein, um die Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie konkret miteinander zu verknüpfen. Biobasierte, mechanisch und organisch recyclingfähige Kunststoffe trügen dazu bei, CO2-Emissionen zu senken, Recyclingquoten zu erfüllen und sicherzustellen, dass wertvolle Sekundärrohstoffe und erneuerbarer Kohlenstoff im Kreislauf gebunden werden. “Das Europäische Parlament hat mit der Abstimmung einen wichtigen Schritt zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Ressourcen und zum Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen, biobasierten Wirtschaft unternommen. Dieser notwendige Wandel kann in den kommenden Jahren Schritt für Schritt und nur im gemeinsamen Bestreben aller beteiligten Akteure realisiert werden”, erwartet de Bie.

Die Biokunststoffindustrie setzt auf eine konstruktive Fortsetzung des Dialogs im Rahmen des demnächst zu erwartenden Vorschlages einer Kunststoffstrategie der Europäischen Kommission. EUBP wird weiterhin eng mit den europäischen Institutionen und relevanten Stakeholdern zusammenarbeiten, um einen kohärenten und umfassenden Rahmen für eine Kreislauf-Bioökonomie in Europa zu schaffen.

Quelle: European Bioplastics