Abluftreinigung für mechanisch-biologische Abfallbehandlung optimiert

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Abluftsammelleitungen am Rottetunnel (Foto: © RWTH Aachen, Institut für Aufbereitung und Recycling)

Eggenstein-Leopoldshafen/ Bonn — In Deutschland gibt es derzeit 45 Anlagen zur mechanisch-biologischen Abfallbehandlung. Bei dieser werden zuerst die Wertstoffe aussortiert und genutzt, dann der Rest in Rottetunneln behandelt. Eine effizientere Anlage zur Abluftbehandlung für MBA stellt nun ein neues BINE-Projektinfo vor. Diese kann fast ein Viertel der Energie im Vergleich zu heutigen Anlagen einsparen.

Der nicht zu verwertende Sortierrest des Mülls aus der grauen Tonne durchläuft in den Rottetunneln der MBA einen aeroben Verrottungsprozess. Dadurch werden alle organischen Bestandteile oxidiert. Nach der Behandlung lässt sich der Rest deponieren, ohne dass es noch zur Bildung von Methan oder anderen klimarelevanten Gasen kommt. Die Abluft aus den Tunneln muss gereinigt und behandelt werden, um schädliche Gas- und Geruchsemissionen zu vermeiden. Dazu werden Biofilter, Wäscher und eine Verbrennungseinheit für die kohlenstoffhaltigen Gase eingesetzt.

Bei der neuen Anlage haben die Forscher die gesamte Prozesskette optimiert. Die Energieeinsparung konnte vor allem durch eine Reduzierung und Aufteilung der Abluftströme nach Kohlenstoffgehalt und einen dadurch sinkenden Stützgasverbrauch erreicht werden. Auch eine verbesserte Form der Mülleinbringung in die Tunnel hat dazu beigetragen.

Die praktische Erprobung der energiesparenden Abluftreinigung fand an der MBA des Landkreises Aurich in Großefehn statt. Das Institut für Aufbereitung und Recycling der RWTH Aachen hat das Projekt mit Kooperationspartnern durchgeführt.

Das neue BINE-Projektinfo „Energieverbrauch der Müllaufbereitung senken“ (15/2016) kann unter bine.info heruntergeladen werden.

Quelle: BINE Informationsdienst / FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH