Montanuniversität Leoben richtet neuen Studienrichtung „Recyclingtechnik“ ein

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Universitätsgebäude (Foto: Montanuni Leoben)

Leoben, Österreich — Eine neue Studienrichtung „Recyclingtechnik“ startet mit Beginn des Wintersemesters 2014/15 an der Montanuniversität Leoben als Vollstudium (Bachelor/Master). Im Mittelpunkt des Studiengangs steht dabei die Betrachtung des Produktlebenszyklus vom Design über die Herstellung, die Sammlung nach Beendigung der Lebensdauer, die Aufbereitung bis hin zur stofflichen oder energetischen Verwertung. Rohstofftechnik, industrieller Umweltschutz, Verfahrenstechnik, Metallurgie, Werkstoff- und Kunststofftechnik, Maschinenbau sowie Nachhaltigkeitsmanagement stellen die wesentlichen Säulen dieser Ausbildung dar.

Abfälle, wertstoffhaltige Materialien, Kunststoffe sowie Schrotte aus Altautos oder Elektronik werden heutzutage zu einem großen Anteil in Länder exportiert, aber auch noch als minderwertige Reststoffe teilweise deponiert. Sie müssen sich in den nächsten Jahren zum wertvollen Sekundärrohstoff entwickeln, um die Erzeugung und Verarbeitung von Werkstoffen und Produkten in Österreich sowie in ganz Europa zu sichern.

Die gesamtheitliche Betrachtung entspricht den Schwerpunkten der Montanuniversität entlang der Wertschöpfungskette im Bereich der Forschung und Lehre. „Die Recyclingtechnik stellt bereits jetzt einen enorm wachsenden Markt dar, der in Zukunft an Wichtigkeit noch stark zunehmen wird, um sowohl die gesetzlichen Rahmenbedingungen als auch die Anforderungen einer modernen Gesellschaft zu erfüllen. Innovationen in den Recyclingunternehmen können aber nur initiiert und vorangetrieben werden, wenn der Zugang zu Forschung und Entwicklung gewährleistet ist, die Qualifikation bzw. der Wissensstand der Mitarbeiter ein entsprechendes Niveau aufweist und laufend qualifizierter Nachwuchs zur Verfügung steht“, erklärt Studiengangsbeauftragter Univ.-Prof. Dr. Helmut Antrekowitsch.

Der stark wachsende Markt der Recyclingtechnik umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Bereiche der Technik, wobei der Vernetzung der einzelnen Disziplinen eine entscheidende Bedeutung zukommt. „Die Einrichtung eines Studiums für Recyclingtechnik stellt daher nicht nur aus Gründen des nachhaltigen Wirtschaftens sowie einer strategischen Sicherung der Rohstoffversorgung innerhalb Europas für die facheinschlägige Industrie eine Notwendigkeit dar, sondern ergibt sich zwangsläufig aus den vorhandenen Fachbereichen der Montanuniversität Leoben“, ist Univ.-Prof. Dr. Wilfried Eichlseder, Rektor der Montanuniversität überzeugt.

Die Notwendigkeit für dieses neue Studium unterstreicht auch AMAG-Technikvorstand Dr. Helmut Kaufmann:  „Die AMAG ist internationaler Benchmark beim Thema Aluminium-Recycling. Um diese Führungsposition weiter auszubauen, benötigen wir in Zukunft Experten, die die Zusammenhänge der Produktion vom Rohstoff bis zum Endprodukt technisch beherrschen und das Thema Nachhaltigkeit mit Leidenschaft leben.“ Ähnlich beurteilt Dr. Thomas Krautzer von der Industriellenvereinigung die Situation: „Die Abhängigkeit von den internationalen Rohstoffmärkten lähmt die Wirtschaft in der westlichen Welt. Daher ist es unerlässlich, verstärkt Know-how im Bereich der Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus unseren hochwertigen Produkten zu generieren.“

Für weitere Informationen steht Univ.-Prof. Dr. Helmut Antrekowitsch, Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie – Montanuniversität Leoben, E-Mail: helmut.antrekowitsch@unileoben.ac.at, Tel.: 03842/402-5200 zur Verfügung.

Quelle: Montanuniversität Leoben