VDMA: EU-Binnenmarkt für Daten ist Voraussetzung für Industrie 4.0

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Datenvernetzung (Foto: © Paul-Georg Meister /http://www.pixelio.de)

Frankfurt/ Brüssel — Mit einem europäischen Rechtsrahmen für den Datenverkehr will die EU-Kommission eine zentrale Hürde für Industrie 4.0 beseitigen. Denn Industrie 4.0 sei ohne den freien Austausch von Daten im EU-Binnenmarkt nicht möglich. Der jüngste Vorschlag der EU-Kommission für einen europäischen Rechtsrahmen für den Datenverkehr ist – aus Sicht des VDMA – hierzu ein Schritt in die richtige Richtung. Auch vermeide die EU dabei eine vorschnelle Regulierung und greife die Bedürfnisse mittelständischer Industriebetriebe auf.

Elżbieta Bieńkowska, EU-Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, hatte in diesem Zusammenhang erklärt: „Daten halten die New Economy in Gang. Um sicherzustellen, dass Europa in der neuen Ära der gewerblichen Wirtschaft erfolgreich ist, brauchen wir einen soliden, vorhersehbaren Rechtsrahmen für die Datenströme im Binnenmarkt. Klare Regeln für Datenzugang, Datensicherheit und Haftungsfragen sind für europäische Unternehmen, KMU und Start-ups von zentraler Bedeutung, denn nur damit können sie das Wachstumspotenzial des Internets der Dinge voll ausschöpfen. Statt digitale Grenzzäune zu ziehen, sollten wir uns darauf konzentrieren, eine europäische Datenwirtschaft zu schaffen, die voll in die globale Datenwirtschaft integriert ist und mit ihr mithalten kann.“

Als wichtigen Punkt in der Mitteilung der Kommission sieht der VDMA die Frage der Haftung bei Schäden, die durch autonome Systeme und Maschinen verursacht werden. Hier warnt der Verband vor einem vorschnellen Eingreifen der Politik. „Die Kommission sollte abwarten, welche Risiken durch autonome Systeme am Ende wirklich entstehen. Wenn die Politik den Unternehmen schon jetzt zu viele Verpflichtungen aufdrückt, dämpft das die Bereitschaft in den Betrieben, neue Technologien zu entwickeln“, erklärt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA: „Mit Blick auf die zunehmende Komplexität digitaler Prozesse ist es zwar sinnvoll, die Debatte frühzeitig anzustoßen. Solange es aber keine Gesetzeslücke gibt und Unternehmen die Haftung von autonomen Systemen untereinander regeln können, brauchen wir keinen Eingriff durch die EU.“

„Maschinen werden in Zukunft immer mehr Daten produzieren, für deren Austausch Unternehmen einheitliche Regeln in Europa brauchen“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Wichtig ist der Ansatz der Kommission, dass nicht alle Daten gleich sind. Es kann im Einzelfall nichts dagegensprechen, Startups den Zugang zu Informationen über das Wetter oder die Verkehrslage zu erleichtern und damit neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Insbesondere in der Industrie enthalten Maschinendaten aber auch Geschäftsgeheimnisse, die geschützt bleiben müssen!“

Quelle: VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.