Österreichische Papierindustrie begrüßt Forderung der EU-Kommission

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Quelle: Austropapier

Wien — „Wir begrüßen das Energie- und Klimapaket 2030 der EU-Kommission als Weichenstellung in Richtung einer vernünftigen Förderpolitik für Biomasse“, betont Dr. Werner Auracher, Geschäftsführer von Austropapier. Die österreichische Zellstoff- und Papierindustrie hofft, dass damit den bisherigen Wettbewerbsverzerrungen Einhalt geboten wird und der wertvolle Rohstoff Holz nicht weiter in unverantwortlicher Weise der Industrie entzogen wird.

Die Kommission fordert in ihren Klimazielen für 2030 ausdrücklich die Notwendigkeit einer veränderten Biomassepolitik, die zu mehr Ressourceneffizienz, zu einer Sicherung weiterer CO2-Einsparungen und letztlich zu einem fairen Wettbewerbs um den wertvollen Rohstoff Holz führen soll.

Den bisherigen Wettbewerbsverzerrungen durch Fortschreibung der Einspeisetarife im Ökostromgesetz wird damit nach Ansicht von Austropapier eine Absage erteilt. Das sei ein wichtiger Schritt, der zeige, dass man in Brüssel endlich die Forderung nach einer Re-Industrialisierung mit der Absicht, die Industriequote auf 20 Prozent zu heben, ernst nimmt. „Solche Ziele können nur erreicht werden, wenn sie mit konkreten Maßnahmen unterlegt werden und die Konzeption der Klimazukunft mit der Wettbewerbsfähigkeit Europas in Einklang gebracht wird“, erklärt Auracher weiter.

Die Papier- und Zellstoffindustrie fordert schon lange eine Novellierung des Ökostromgesetzes mit einer grundsätzlichen Einstellung der Einspeisetarife für feste Biomasse. Die bisherige Politik habe der wettbewerbsverzerrenden Förderung der thermischen Verwertung von Biomasse dazu geführt, dass den Betrieben mittlerweile das Holz ausgeht, was zu einer ernsthaften Gefährdung einzelner Standorte führe. Über 40 Prozent des Holzverbrauchs der österreichischen Zellstoff- und Papierindustrie müssten bereits importiert werden, davon rund 25 Prozent aus weit entfernten Ländern und sogar aus Übersee, da die Verfügbarkeit der benötigten Sortimente im Inland und auch im angrenzenden Ausland nicht mehr ausreichend gegeben sei.

Quelle: Austropapier – Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie