IKB erwartet Belebung bei Schrott-, Aluminium- und Kupferpreisen

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Metallschrott (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Die Weltrohstoffpreise stiegen auf Dollarbasis gerechnet im Dezember 2016 um 9,5 Prozent an. Aufgrund der weiteren Abwertung des Euro zum US-Dollar betrug der Preisanstieg in Inlandswährung gerechnet sogar 11,4 Prozent. Der Preisanstieg erfolgte quer über alle wichtigen Rohstoffe, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Die Belebung der Weltrohstahlproduktion hat sich weiter fortgesetzt. Diese lag Ende November 2016 um 0,5 Prozent über Vorjahresniveau; im Gesamtjahr dürfte ein leichter Anstieg erfolgen. In der EU und in Deutschland (infolge von Neuzustellungen von Hochöfen) dürfte die Produktion rückläufig ausfallen. Die Schrottpreise zogen im Dezember um rund 10 €/t an, die Eisenerzpreise notierten im Durchschnitt des Dezember um 7,50 US-$ je Tonne höher. Kokskohle verbilligte sich allerdings um 10 Prozent. In Europa zogen die Preise für Lang- und Flachprodukte kräftig an: Die gestiegenen Vormaterialkosten konnten weitgehend kompensiert werden. In der Tendenz wird bis Ende März 2017 mit einem Stahlpreisanstieg um bis zu 5 Prozent gerechnet, bei Schrotten nochmals eine leichte Belebung erwartet.

Die weltweite Primäraluminium-Produktion lag Ende November 2016 knapp unter Vorjahr. Sie hat den schwachen Jahresstart kompensiert. Für 2016 sieht die IKB eine Erzeugung von über 58 Mio. t, davon 31 Mio. t aus China. In Amerika sinkt die Produktion deutlich. Die Lagerbestände an der LME stabilisierten sich bei 2,2 Mio. t, diejenigen der SHFE liegen um die 100.000 t. Die investive Nachfrage ist im Dezember stabil geblieben: Die Anzahl der Handelskontrakte lag nur geringfügig unter dem Novemberniveau. Tendenziell bewegen sich die Primäraluminiumpreise bis Ende März 2017 um die Marke von 1.750 US-$ je Tonne mit einem Band von 200 US-$; die Preise von Recyclingaluminium oszillieren um 1.600 US-$ je Tonne.

Die Weltkupferminen-Produktion zog in den ersten drei Quartalen 2016 um 6 Prozent an; die Kapazitätsauslastung der Kupferminen lag bei gut 86 Prozent. Die Raffinadeproduktion und der Verbrauch legten jeweils nur um 3 Prozent zu. Im Gesamtjahr 2016 sollte ein Verbrauchszuwachs von gut 2,5 Prozent erfolgen; daher zeichnet sich ein Angebotsdefizit von bis zu 100.000 t ab. Die Vorräte an der LME betrugen zum Jahresende rund 320.000 t, diejenigen an der SHFE erhöhten sich auf 146.000 t. Die investive Nachfrage brach im Dezember ein: Die Anzahl der Handelskontrakte halbierte sich. Die IKB prognostiziert in der Tendenz eine Kupfernotierung in einem Band von 600 US-$ um die Marke von 5.500 US-$ je Tonne in den nächsten zwei Monaten.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank