Flachbildschirme: Zerstörungsfreie Sammlung sichert besseres Recycling

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Ausrangierte Flachbildschirme (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Bonn — Beim Elektroaltgeräte-Recycling gehen zu viele wertvolle Rohstoffe verloren. Zu den Negativbeispielen für brachliegendes Wertschöpfungspotenzial zählt unter anderem das Recycling von Bildschirmen. Ein hoher Anteil von Geräten ist bereits bei der Anlieferung an den Erstbehandlungsanlagen beschädigt. Eine sichere Entfernung der Quecksilber-haltigen Bauteile ist somit nicht mehr oder nur noch sehr schwer möglich, klagen die Betreiber der Anlagen. Die Fälle, in denen die Endverbraucher Geräte mit defekter Front abgeben, sind dabei aber eher selten.

Die Schäden entstehen weitestgehend bei der unsachgemäßen, weil nicht bruchsicheren Erfassung auf den Wertstoffhöfen, beispielsweise beim Einwurf in bereitgestellte Container oder beim gemeinsamen Transport von Flachbildschirm- und Röhrenfernsehern in loser Schüttung. Dieser ist nach dem gültigen ElektroG zwar zulässig, geht aber nach dem Rechtsverständnis des bvse nicht regelkonform mit dem ADR einher.

Separate Erfassung, geeignete Sammel- und Transportbehälter

Mit Lösungsvorschlägen für die zerstörungsfreie Erfassung und den sachgemäßen Transport von Bildschirmen hat sich daher der bvse gemeinsam mit BDSV, BDE und VDM in einem gemeinsamen Schreiben Anfang Dezember an die LAGA gewandt. Insgesamt zeigt der vorliegende Entwurf des Merkblattes M31 A als Vollzugshilfe zur Umsetzung der Vorgaben des Elektro- und Elektronikgesetzes gute Ansätze. Als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, an der unbedingt festgehalten werden muss, bewertet bvse-Fachreferent Andreas Habel die dort enthaltene Empfehlung, Flachbildschirme von Röhrenfernsehern separat zu erfassen.

Es sind jedoch noch dringend weitere Maßnahmen erforderlich, um mehr Wertstoffe zu gewinnen und Schadstoffe sicherer zu entfrachten, so der Fachexperte. Ein weiterer wesentlicher Faktor für einen bruchsicheren Umgang mit Bildschirmgeräten, ist neben der separaten Erfassung vor allem die Wahl geeigneter Sammel- und Transportbehälter. Dies zeigen sowohl praktische Erfahrungen als auch zwischenzeitlich stattgefundene Versuche der Entsorgungswirtschaft, die handelsübliche Behältertypen auf die unterschiedlichsten Aspekte miteinander verglichen haben.

Poolsystem einführen

Die bisher genutzten herkömmlichen Gitterboxen sind oft zu klein, um auch sperrigere Bildschirme oder PV-Module aufzunehmen. Bei Abrollcontainern kommt es bereits oft schon beim Einwurf zu Bruch, außerdem kann das Ladevolumen oft nur sehr unzureichend ausgenutzt werden. Neben einer ausreichenden Größe sollten die Behältnisse zukünftig festgelegte Anforderungen an Standfestigkeit, Bruchsicherheit, die Möglichkeit der Stapelbarkeit und Witterungsschutz erfüllen.

Eine Lösung könnte nach Ansicht der Verbände und Recycling- und Entsorgungsunternehmen die Einführung eines Poolsystems sein. Dieses sollte die Gestellung und Verwaltung geeigneter Behälter übernehmen und unter Mitwirkung der Stiftung EAR zur nutzergerechten Kostenermittlung von den Produktverantwortlichen finanziert werden. Mit diesem System, dass gleichzeitig die Behältergestellung für mehrere Sammelgruppen harmonisiert, könnte sowohl der Anspruch an eine umwelt- und sachgerechte Erfassung und Logistik als auch eine bessere Kostentransparenz erreicht werden.

Quelle: bvse-Fachverband Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling