Alternativer Rohstoff- und Brennstoff-Anteil in deutscher Zementproduktion steigt

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Zementwerk (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Im Jahr 2015 hat die deutsche Zementindustrie zur Herstellung von 31,2 Mio. Tonnen Zement insgesamt 48,6 Mio. Tonnen Rohstoffe eingesetzt. Davon entfielen allein 7,8 Mio. Tonnen auf alternative Rohstoffe, die somit rund 16 Prozent des Gesamtrohstoffbedarfs deckte; 2011 lag der Anteil noch bei 13,7 Prozent.

So werden für die Zementklinkerproduktion u.a. Klärschlämme aus der Trinkwasseraufbereitung, Gießereialtsande aus der Metallverarbeitung sowie Flugaschen aus Stein- und Braunkohlekraftwerken im Brennprozess als Rohmaterial eingesetzt. Bei der Zementmahlung wird zudem in großem Umfang Hüttensand verwendet, der als Nebenprodukt bei der Roheisenerzeugung entsteht.

Zur Herstellung von Zement werden neben Primär- und alternativen Rohstoffen größere Mengen an Brennstoffen benötigt, vor allem zur Herstellung des Zementklinkers. Fossile Brennstoffe spielen dabei heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Der thermische Energiebedarf wird zu zwei Dritteln (in 2015) durch alternative Brennstoffe gedeckt: Deren Anteil stieg von 2011 bis 2015 von 61,1 auf 64,6 Prozent Hierzu zählen z.B. Altreifen, Altöle, Gewerbe- und Siedlungsabfälle oder Altholz.

Im Fall der Zementherstellung werden die eingesetzten alternativen Abfallbrennstoffe nicht nur energetisch, sondern auch stofflich verwertet. Der organische Anteil ersetzt so die fossilen Energieträger, während die anorganischen Bestandteile (Aschen) unmittelbarer Teil des Produktes werden. Insofern trägt der Einsatz geeigneter alternativer Brennstoffe den Zielen einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft und des Klimaschutzes in hohem Maße Rechnung.

Insgesamt sank der Rohstoffeinsatz von 50.139.000 Tonnen im Jahr 2014 auf 48.560.000 Tonnen in 2015. Der thermische Energieeinsatz reduzierte sich im selben Zeitraum von 92,5 Mio. GJ auf 90,1 Mio. GJ.

Der vollständige Report „Zementindustrie im Überblick 2016/2017“ kann unter vdz-online.de heruntergeladen werden.

Quelle: Verein Deutscher Zementwerke e.V. (VDZ)