Stahlindustrie befürchtet Wettbewerbs-Nachteile durch EP-Ausschuss-Votum

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Weserseite von ArcelorMittal Bremen (Foto: StahlZentrum / ArcelorMittal)

Düsseldorf — Das Votum des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments vom 15. Dezember zum Emissionsrechtehandel ab 2021 ist aus Sicht der Stahlindustrie in Deutschland nicht ausreichend, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern und den Klimaschutz auf eine nachhaltige Basis zu stellen.

„Zwar ist zu begrüßen, dass sich der Umweltausschuss für eine Erhöhung des Zertifikatebudgets der Industrie einsetzt und zumindest für sehr handelsintensive Branchen zusätzliche Kürzungen vermeiden möchte; es fehlen jedoch nach wie vor Verbesserungen bei den technisch nicht erreichbaren Benchmarks“, erklärt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Auch sei weiterhin außer Acht gelassen, dass bei fehlenden Potenzialen auf pauschale Kürzungen der Benchmarks gänzlich verzichtet werden müsse. Kerkhoff kritisiert auch die beschlossene stärkere Absenkung der Gesamtobergrenze um jährlich 2,4 Prozent. „Dies führt für die Industrie zu zusätzlichen Kürzungen und Kosten durch den Kauf von Zertifikaten“, befürchtet der Verbandspräsident.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl setzt nun auf das Plenum des Europäischen Parlamentes. „Wir benötigen eine Ausgestaltung des Emissionshandels, die sinnvolle Anreize für Klimaschutz und internationale Wettbewerbsfähigkeit verbindet. Die effizientesten Anlagen dürfen keine Kostenbelastungen erleiden“, fordert Kerkhoff. Auch sei es falsch, außereuropäischen Anbietern mit einer wesentlich schlechteren CO2-Bilanz Wettbewerbsvorteile zum Nachteil des Klimaschutzes zu geben.

Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl | Stahlinstitut VDEh