Herbold Meckesheim: An Energieeinsparung beim Kunststoff-Recycling orientiert

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Mechanische Trocknungszentrifuge (Foto: Herbold Meckesheim)

Meckesheim — Die Energiekosten beim Kunststoff-Recycling sind in jüngster Zeit stark in den Vordergrund gerückt: Die Maschinenbauer sind aufgefordert, zu diesem Thema neue  Lösungen zu erarbeiten. Herbold Meckesheim GmbH hat seine Hausaufgaben gemacht und präsentiert zur IFAT einige Neuheiten, die unter dem Aspekt Energieeinsparung entwickelt wurden.

  • Ganz im Vordergrund stehen die Schneidmühlen der SB Baureihe (Patent). Beim Vermahlen von Flaschen oder vorgeshredderten Kunststoffabfällen können bis zu 30 Prozent Energie eingespart werden, im Vergleich zu konventionellen Schneidmühlen: Das zu zerkleinernde Material wird mittels lastanhängig gesteuerter Zuführschnecken gezielt dem Mahlraum zugeführt. Bei konventionellen Mühlen kann das Mahlgut ausweichen, unkontrolliert über dem Rotor tanzen und von den Messern nicht gezielt erfasst werden. Das verbraucht einen erheblichen Anteil der Antriebsleistung durch unnötige Beschleunigung, Reibung und Abbremsung. Die zwangsweise Zuführung des Aufgabeguts sorgt dafür, dass immer die optimale Menge an Material pro Zeiteinheit dem Rotor zugeführt wird.
  • Die Trocknung von Kunststoffabfällen am Ende einer Wasch-/Trennanlage bietet erhebliches Potential für Energieeinsparungen: in noch stärkerem Maße wird durch die Optimierung von Zentrifugen das mechanische Abschleudern der Oberflächenfeuchte vorgenommen, sodass die energieintensive Änderung des Aggregatzustands des Wassers entweder ganz entfallen kann (bei Hartkunststoff und Flaschenanlagen), oder auf ein Minimum reduziert. Nachgeschaltete thermische Trocknungen werden nicht mehr mit Stromheizungen sondern mit Gas betrieben.
  • Die Nach- und Umrüstung von bestehenden Anlagen ist ein wichtiges Thema, Herbold Meckesheim steht mit erfahrenen Technikern zur Seite um die Erfahrungen aus mehr als 300 gebauten Nasswasch/Trennanlagen einfließen zu lassen.
  • Für die Verarbeitung von sehr großen Kunststoff- Ausschussrohren bis ca. 3 m Durchmesser hat Herbold Meckesheim einen neuen Shredder konzipiert, der durch sein Preis/Leistungsverhältnis auffällt: Der Rohrshredder der Baureihe HOS mit oszillierender Zerkleinerungsfläche kann mit wenig Antriebsleistung auch sehr große Rohre bis 6 m Länge in einem Arbeitsgang shreddern.
  • Für die Feinmahlung wurde ein neues Maschinenkonzept mit vertikaler Rotorwelle erarbeitet: Auch hier standen Energieeinsparung und effektivere Feinmahlung zu Pulver im Vordergrund. Die Feinmühle PU 650 ist eine erste Baugröße mit 75-90 kW Antriebsleistung für Durchsätze bis 1 t/h.
  • Bei vielen Zerkleinerungsprozessen ist eine einstufige Lösung gefragt: Kommt es zu hohen Beanspruchungen, dann sind oft sehr hohe Antriebsleistungen erforderlich. Durch Überarbeitung der SMS Schneidmühlen-Baureihe ist die Gesamtstabilität verstärkt worden. Dies eröffnet die Anwendung für sehr schwierige Aufgabenstellungen, z.B. massive Halbzeuge, aber auch verschmutzte und störstoffbehaftete Kunststoffe und Reifen.

Im Technikum in Meckesheim bei Heidelberg, das momentan erheblich erweitert wird, werden bei Herbold Meckesheim im Kundendialog Lösungen erarbeitet. Ein Erstversuch mit dem Originalmaterial des Kunden ist kostenlos, die Verarbeitung erfolgt auf Maschinen im Produktionsmaßstab.

Herbold Meckesheim stellt auf der IFAT vom 5. bis 9. Juni 2014 in Halle C1/ Stand 105 aus.

Quelle: Herbold Meckesheim GmbH