NRW Umweltbericht 2016: 46,7 Mio. Tonnen Abfälle in regionalen Anlagen entsorgt

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NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Foto: MKULNV)

Düsseldorf — Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat mit dem Umweltbericht 2016 zum vierten Mal einen Bericht zur Lage der Umwelt in NRW vor. Zu knapp 30 Umweltindikatoren listet der „Umweltbericht 2016“ Zahlen und Entwicklungen auf, darunter auch Informationen über die aktuelle Abfall- und Kreislaufwirtschaft des Landes.

Im Jahr 2013 wurden insgesamt 46,7 Millionen Tonnen der im Land erzeugten Abfälle an Abfallentsorgungsanlagen in Nordrhein-Westfalen angeliefert. Die angelieferte Abfallmenge setzt sich wie folgt zusammen: 11,2 Millionen Tonnen Abfälle aus Abfall- und Abwasser-Behandlungsanlagen, 10,7 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle, 8,7 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle (im Wesentlichen Abfälle aus privaten Haushalten sowie hausmüllähnliche Gewerbe abfälle), 8,5 Millionen Tonnen aus Industrie- und Gewerbebetrieben stammende, unter anderem produktionsspezifische Abfälle sowie 7,6 Millionen Tonnen Abfälle aus thermischen Prozessen beziehungsweise Kraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen. Abfälle, die innerbetrieblich oder außerhalb von Abfallentsorgungsanlagen verwertet werden, und Abfälle, deren Entsorgung in anderen Bundesländern oder im Ausland erfolgt, sind in dieser Menge nicht enthalten.

Bio- umd Grünabfälle-Erfassung steigerungsfähig

In den privaten Haushalten in Nordrhein-Westfalen fallen jährlich rund 8,5 Millionen Tonnen Abfälle und Verpackungen an. Seit Mitte der 1990er-Jahre hat der Anteil der Haushaltsabfälle, die getrennt gesammelt und verwertet werden, kontinuierlich zugenommen. Zurzeit wird in Nordrhein-Westfalen etwas mehr als die Hälfte der Abfälle, die in privaten Haushalten anfallen, getrennt gesammelt und überwiegend stofflich verwertet. Spätestens seit Anfang 2015 müssen Bioabfälle sowie Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfälle entsprechend den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes getrennt gesammelt werden. Bis zum Jahr 2020 sollen die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling, das heißt die stoffliche Verwertung, mindestens 65 Gewichtsprozent betragen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die getrennte Erfassung, insbesondere von Bio- und Grünabfällen, weiter zu intensivieren und zu optimieren sein; vor allem in diesem Bereich bestehen noch relevante Steigerungspotenziale.

Bauschuttmengen jährlich schwankend

Die Menge der in Nordrhein-Westfalen entstandenen gefährlichen Abfälle bezifferte sich in den vergangenen fünf Jahren jeweils knapp über 5 Millionen Tonnen und damit auf gleichbleibendem Niveau. Abfälle aus Produktionsprozessen und der Erbringung von Dienstleistungen haben mit rund 2,3 Millionen Tonnen den größten Anteil an den gefährlichen Abfällen. Es folgen etwa 1,9 Millionen Tonnen Abfälle, deren Entstehung auf Umweltschutzmaßnahmen zurückzuführen ist, wie zum Beispiel Filterstäube aus Abfallverbrennungsanlagen oder Schlämme aus der Abwasserbehandlung. Die Abfallmengen aus Bau- und Abbruchmaßnahmen sowie Altlastensanierungen können mehr oder weniger große jährliche Schwankungen aufweisen. Im Zeitraum von 2007 bis 2014 bewegten sie sich zwischen 2,6 Millionen Tonnen (2007) und 1,2 Millionen Tonnen (2012).

Gefährliche Abfälle: 82 Prozent in NRW entsorgt

Die in Nordrhein-Westfalen entsorgten Mengen an gefährlichen Abfällen stammen aus dem eigenen Land, aus anderen Bundesländern und aus anderen Staaten. Im Jahr 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen rund 6,7 Millionen Tonnen gefährliche Abfälle entsorgt, etwa 1,0 Millionen Tonnen mehr als die in Nordrhein-Westfalen entstandene Jahresmenge. Rund ein Drittel der in Nordrhein-Westfalen entsorgten Menge an gefährlichen Abfällen stammt aus anderen Bundesländern (circa 1,3 Millionen Tonnen) und aus dem Ausland (0,7 Millionen Tonnen). Ähnlich wie in den Vorjahren wurden rund 82 Prozent der in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2014 entstandenen gefährlichen Abfälle im eigenen Bundesland entsorgt.

Rund 404.000 Tonnen kommunaler Klärschlamm (Trockenmasse) wurden im Jahr 2015 in Nordrhein-Westfalen entsorgt. Im Jahr zuvor waren es etwa 411.000 Tonnen, circa 23 Prozent der bundesweit entsorgten Menge. Klärschlamm enthält den wertvollen Rohstoff Phosphor und wird daher auch als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt. Zwischen 2000 und 2015 stieg der Anteil des thermisch entsorgten Klärschlamms von 36 Prozent auf 82 Prozent. Der angestrebte Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung ist mit der Entwicklung einer Phosphorrecycling-Strategie verbunden: Dabei sollen die Verfügbarkeit und die Relevanz sekundärer Phosphorquellen sowie die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit des Phosphorrecyclings untersucht werden.

Der vollständige NRW Umweltbericht 2016 kann unter umwelt.nrw.de heruntergeladen werden.

Quelle: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen