Vernetzte Lkw: DB Schenker und MAN beschließen Entwicklungspartnerschaft

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LKW-Steuerrad (Foto: webandi/ pixabay)

Frankfurt/Main — Erstmals werden ein Logistikkonzern und ein Fahrzeughersteller gemeinsam bei der Entwicklung vernetzter Lkw-Kolonnen zusammenarbeiten und diese im Echtbetrieb erproben. Eine entsprechende Absichtserklärung haben DB Schenker und MAN nun unterzeichnet.

Geplant ist, zunächst die Rahmenbedingungen für das Projekt und eine damit verbundene Praxiserprobung festzulegen. 2018 soll dann ein Lkw-Platoon auf dem digitalen Testfeld Autobahn auf der A 9 zwischen den DB Schenker-Niederlassungen München und Nürnberg unterwegs sein. Im zweiten Schritt ist der Einsatz autonom fahrender Lkw auf dem Nürnberger DB Schenker-Werksgelände vorgesehen.

Unter Platooning versteht man ein Fahrzeug-System für den Straßenverkehr, bei dem mindestens zwei Lkw auf der Autobahn mit Hilfe von technischen Fahrassistenz- und Steuersystemen in geringem Abstand hintereinander fahren können. Alle im Platoon fahrenden Fahrzeuge sind durch eine sogenannte elektronische Deichsel mittels einer Car-to-Car-Kommunikation miteinander verbunden. Das führende Fahrzeug gibt die Geschwindigkeit und die Richtung vor.

Der Abstand der einzelnen Trucks beträgt untereinander circa zehn Meter beziehungsweise etwa eine halbe Sekunde Fahrzeit. Dabei gewährleistet die elektronische Kopplung der Fahrzeuge im Platoon die Verkehrssicherheit. Das primäre Ziel dieser Vorgehensweise ist es, durch das so erzeugte Windschattenfahren eine Kraftstoff-Einsparung von bis zu zehn Prozent für den gesamten Platoon zu erreichen. Mit der Einsparung des Kraftstoffes ist auch eine Reduzierung der CO2-Emission verbunden.

„Unser Anspruch ist es, in der Transport- und Logistikbranche Treiber digitaler Geschäftsmodelle und für unsere Kunden mit digitalen und nicht-digitalen Services die erste Wahl zu sein“, sagte Jochen Thewes, Vorstandsvorsitzender bei DB Schenker. Ewald Kaiser, Vorstand Landverkehr bei DB Schenker, ergänzte: „Insgesamt versprechen wir uns eine deutliche Effizienzsteigerung, indem wir neue Lösungen mit den Logistikprozessen unserer Kunden verknüpfen. Deshalb hat für uns das vernetzte und automatisierte Fahren großes Potenzial.“

Quelle: Schenker Deutschland AG